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Konzert / Archiv | Beitrag vom 27.11.2018

Philharmonisches Orchester Altenburg-Gera Blick nach Ungarn

Moderation: Stefan Lang

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Das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera mit GMD Laurent Wagner (Stephan Walzl)
Das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera (Stephan Walzl)

In dem Konzert der Reihe "Zukunftsmusik ostwärts" stellt das Orchester Altenburg-Gera bekannte und neue Werke aus Ungarn vor. Im Mittelpunkt steht das typisch ungarische Instrument Zymbal, ein Hackbrett-artiges Instrument für ein unverkennbares Colorit.

Deutschlandfunk Kultur überträgt heute ein Konzert, das im Rahmen des Kulturprojektes "Zukunftsmusik ostwärts" stattfindet. Ein besonderer Fokus wird in der Zukuft auf Ungarn liegen - und so erklingen an diesem Abend ungarische Kompositionen.

Ungarisches Musikleben

Die bekanntesten Namen sind an diesem Abend sind Béla Bartók und Zoltán Kodály. Beide haben für ihre heute zu hörenden Werke der Zymbal in den Orchesterklang integriert. Es ist ein mit Klöppeln geschlagenen Hackbrett, das in Ungarn überall gespielt wird - auf den Straßen, in Cafés oder abends in der Bar.

Miklós Lukács spielt sein Zymbal (Miklós Lukács / Dobó László)In Ungarn ist der Zymbalist Miklós Lukács eine Berühmtheit und wurde exklusiv für das Konzert eingeladen. (Miklós Lukács / Dobó László)
Beide Komponisten haben sich der intensiven Erforschung der nationalen Volksmusik gewidmet, welche den Stil ihrer Werke maßgeblich beeinflusst hat. So ist die "Háry János Suite" musikgeschichtlich von großer Bedeutung, da Kodály darin erstmals traditionelle, ländliche ungarische Musik in seine Kunstmusik integrierte und einem neuen Publikum zugänglich machte.

Lieder im Orchesterklang

Bartóks "Tanzsuite" entstand anlässlich der 50-Jahrfeier der Vereinigung von Pest und Buda. Bartók schöpfte aus dem Volksliedfundus, den er auf seinen zahlreichen Reisen gesammelt hatte. Dabei bezog er jedoch nicht nur ungarische, sondern auch rumänische und arabische Quellen mit ein: "Meine eigentliche Idee ist die Verbrüderung der Völker, eine Verbrüderung trotz allem Krieg und Hader".

Der ungarische Komponist und Pianist Bela Bartok, aufgenommen in New York am Klavier in einer undatierten Aufnahme. Bartok wurde am 25. März 1881 im rumänischen Nagyszentmiklos (Sinnicolau Mare) geboren und starb am 26. September 1945 in New York. (picture alliance / dpa  / epa MTI)Volksmusikforschung hat der berühmte ungarische Komponist Béla Bartók betrieben (picture alliance / dpa / epa MTI)

Der in Budapest geborene Leó Weiner gilt wegen seines Engagements für den Aufbau des ungarischen Musiklebens als einer der prägendsten Künstler des Landes, obwohl er stets im Schatten seiner beiden berühmten Studienkollegen Bartók und Kodály stand. Dem spätromantischen Stil verpflichtet, begeistern seine Werke vor allem durch ihren oft tänzerischen Charakter sowie eine an ungarische Folklore erinnernde, feurige Note. 

Uraufführung

Auch wenn sich Máté Bella, ein Protegé seines berühmten Landsmannes Péter Eötvös, eher als europäischer und weniger als ungarischer Komponist versteht, so liegen seine musikalischen Wurzeln dennoch in seiner Heimat. Das Konzert für Zymbal und Orchester, eigens für dieses Programm in Auftrag gegeben, ist der Beweis dafür. Miklós Lukács ist Uraufführungssolist. Das Konzert liegt mit dem jungen Dirigenten Péter Dobszay in ungarischer Hand.

Aufzeichnung des Konzertes vom 14.11.2018

Leó Weiner
Serenade für kleines Orchester f-Moll op. 3

Máté Bella
"Sounds of Generation Y", Konzert für Zymbal und Orchester (Uraufführung)

Béla Bartók
Tanzsuite für Orchester Sz 77

Zoltán Kodály
"Háry János", Suite für Orchester

Johannes Brahms
Ungarischer Tanz Nr. 1 g-Moll

Miklós Lukács, Zymbal
Philharmonisches Orchester Altenburg-Gera
Leitung: Péter Dobszay

Konzert

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