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Interview | Beitrag vom 15.03.2019

Pflegenot Vietnamesische Pflege-Azubis in Rostock

Annet Laban im Gespräch mit Axel Rahmlow

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Eine Pflegerin hilft einer alten Dame aus dem Bett auf. Im Gegenlicht sind nur die Konturen der beiden zu erkennen. (dpa / picture alliance / Jens Kalaene)
Zu wenig einheimische Pflegekräfte: In Rostock sollen nun vietnamesische Fachkräfte helfen, die Bedarfe zu decken. (dpa / picture alliance / Jens Kalaene)

Das Universitätsklinikum Rostock holt junge Vietnamesen in die Hansestadt, um sie zu Pflegern auszubilden - obwohl sie in Vietnam bereits diese Ausbildung genossen haben. Warum das trotzdem sinnvoll ist, erläutert Annet Laban, Pflegevorstand der Klinik.

In Rostock werden gerade 20 junge Vietnamesinnen und Vietenamesen zu Pflegerinnen und Pflegern in Deutschland ausgebildet. Sie sind bereits in Vietnam in diesem Bereich ausgebildet worden, doch der deutsche Pflegebereich erfordert andere Schwerpunkte. So spiele Grundkrankenpflege wie Körperpflege oder Nahrung keine Rolle in Vietnam, erzklärt Annet Laban, Pflegevorstand am Universitätsklinikum Rostock.

"Das wird in Vietnam überwiegend durch Familienangehörige übernommen und somit ist es auch kein Bestandteil der Ausbildung." Die Patienten seien es gewohnt, mit ausländischen Mitarbeitern Kontakt zu haben - zum Beispiel aus Ungarn oder Serbien, sagt Laban. 

Fortführung der DDR-Verbindung nach Asien 

Schon zu DDR-Zeiten hatte Rostock eine enge Bindung nach Vietnam. Das habe sich nun als Standortvorteil herausgestellt. Und in Vietnam werden die Fachkräfte nicht fehlen, meint Laban: "Wir haben festgestellt, dass zwar alle eine Ausbildung in der Krankenpflege haben, aber dass sie überwiegend nicht oder nur befristet in diesem Beruf tätig sein können", es handle sich tatsächlich um über Bedarf ausgebildete Kräfte in Vietnam.

Der zweite und dritte Jahrgang in Rostock seien auch bereits in der Mache beziehungsweise in Planung. Die endgültige Lösung für das Pflegeproblem könne das Programm aber nicht anbieten, dafür sei vielmehr ein Bündel an Maßnahmen nötig wie Führungskräftetrainings oder Vereinbarkeit. "Das ist eine Maßnahme von vielen!", betont Laban. 

(inh)

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