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Interview / Archiv | Beitrag vom 19.02.2010

Petros Markaris: Griechenland braucht einen Mentalitätswandel

Schriftsteller: Staat hat das Geld von der Europäischen Union verschwendet

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Protestierende vor dem griechischen Parlament (AP)
Protestierende vor dem griechischen Parlament (AP)

Der griechische Schriftsteller Petros Markaris würde seinen Landsleuten am liebsten eine "Denk-Reform" verordnen, um die Schuldenkrise zu bewältigen.

Seit der Gründung des modernen griechischen Staates nähmen die Griechen fast alles zu leicht, sagte Markaris. Diese Mentalität beherrsche die Gesellschaft. Das Land brauche eigentlich "eine Reform der Denkweise", so der Kriminalschriftsteller: "Und das ist, fürchte ich, nicht so einfach."

Die Griechen hätten das Geld, das sie von der Europäischen Union in den vergangenen Jahrzehnten bekommen hätten, verschwendet, sagte Markaris. Dafür machte er vor allem die Politiker seines Landes verantwortlich. Diese hätten die Bedürfnisse der Griechen mit dem EU-Geld "kurzsichtig" befriedigt. Inzwischen hätten Steuerhinterziehung, Korruption und eine brachliegende Produktivität das Land bis an den Abgrund gebracht.

In Griechenland müsse sich so gut wie alles ändern, betonte Markaris. Staat, Verwaltung und Finanzbehörden müssten reformiert werden. Gleiches gelte für das Gesundheitssystem. Ob die Bevölkerung bereit sei, den Sparkurs der Regierung mitzutragen, sei noch eine "offene Frage", so Markaris. Es gebe eine starke Minderheit in Griechenland, die nicht bereit sei, ihre Privilegien zu opfern.

Das vollständige Gespräch mit Petros Markaris können Sie mindestens bis zum 19. Juli 2010 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player hören.

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