Seit 07:00 Uhr Nachrichten
Mittwoch, 21.10.2020
 
Seit 07:00 Uhr Nachrichten

Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 14.08.2014

Peter Wawerzinek Wie schreibt man sich sein Leben von der Seele?

Der Autor über Selbtsterkundungen, Einsamkeit und Liebe

Moderation: Britta Bürger

Podcast abonnieren
Peter Wawerzinek - Oktober 2010 auf der Frankfurter Buchmesse (picture alliance / dpa-Zentralbild)
Peter Wawerzinek - Oktober 2010 auf der Frankfurter Buchmesse (picture alliance / dpa-Zentralbild)

"Rabenliebe" und "Schluckspecht" heißen die Romane, mit denen Peter Wawerzinek berühmt wurde. Es sind stark autobiografische Werke über ein Leben voller Verletzungen und Abgründe. Der Autor hat einen sehr eigenen Stil entwickelt, Privates in Büchern zu verarbeiten.

In Wawerzineks Romanen geht es um den Verlust der Mutter, die den Zweijährigen und seine ein Jahr jüngere Schwester 1956 einfach in der Rostocker Wohnung zurück ließ, um sich in den Westen abzusetzen. Das zweite bestimmende Thema ist die eigene zerstörerische Alkoholsucht.

Sich das eigene Leben von der Seele zu schreiben, ist für den Autor, der sich "von November bis März aus dem normalen Leben" zurückzieht, um an seinen Büchern zu arbeiten, nicht immer einfach, sondern "manchmal mühsam abgerungen". Und immer schaut Wawerzinek dabei schonungslos auf die Wunden, die ihm das Leben schlug und in seine eigenen Abgründe: In "Rabenliebe" verarbeitete er seine einsame Kindheit, in seinem neuen Roman "Schluckspecht" dokumentiert er schonungslos seine Alkoholsucht.

Schreibstil zwischen Minnesang und Rock

Seinen eigenwilligen Schreibstil bezeichnet Wawerzinek als Mischung "zwischen Minnesang und Rock. Ich kann meine Bücher auch singen". Und seine Lesungen könne man ohne weiteres "mit Schlagzeug und Akkordeon" begleiten.

Als echtes Küstenkind von der pommerschen Ostsee haben es ihm neben Fischen auch Vögel angetan - wie man den Titeln seiner Romane unschwer entnehmen kann. Nach seinem Lieblingsvogel gefragt, sagt Wawerzinek: "Ich wäre gerne ein Albatros". Doch sein nächstes Buch, sagt Wawerzinek, werde voraussichtlich den Tölpel im Titel tragen  - "den Liebestölpel" - und sich mit seinem eigenen Liebesleben auseinander setzen. Bislang habe er "an dem Thema vorbei jongliert".

Mehr zum Thema:

Hörbuch - Rücksichtsloser Seelen-Striptease (Deutschlandradio Kultur, Buchkritik, 6.6.2014)
Peter Wawerzinek - "Mit jedem Buch leichter und heiterer werden" (Deutschlandfunk, Büchermarkt, 2.6.2014)
Roman - Vom Vollrausch zum Leserausch (Deutschlandradio Kultur, Buchkritik, 7.4.2014)

Im Gespräch

Moderator und Autor Ralph CaspersAuch der Tod ist eine Frage wert
Porträt des Moderatoren Ralph Caspars (Johannes Haas)

Warum ist Popeln gut? Sehen wir die gleichen Farben? Vergeben oder vergelten? Mit solchen Fragen beschäftigt sich Ralph Caspers alltäglich. Der Moderator der „Sendung mit der Maus“ und von „Wissen macht Ah!“ scheut sich aber auch nicht, mit Kindern den Tod zu besprechenMehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur