Performance-Künstlerin Valie Export gestorben

    Die Künstlerin Valie Export
    Valie Export © picture alliance / dpa / Monika Skolimowska
    Die österreichische Künstlerin Valie Export ist tot. Sie starb wenige Tage vor ihrem 86. Geburtstag in Wien. Valie Export war für ihre Medien-, Film- und Performance-Kunst und für feministische Aktionen international bekannt. Österreichs Bundespräsident Van der Bellen erklärte, mit ihr verliere Österreich eine unbeugsame Vordenkerin und eine Ikone der Freiheit. Sie habe unbequeme Fragen über Körper, Geschlecht und Macht gestellt, als eine der wenigen Frauen in einer männlich dominierten Avantgarde. Valie Exports Motto lautete: ”Kunst muss aggressiv sein.” Für Empörung sorgte 1969 ihre Aktion "Genitalpanik". Mit einer am Schritt aufgeschnittenen Hose spazierte sie in München während eines Filmfestivals in einen Kinosaal und präsentierte ihr dichtes Schamhaar. Die Österreicherin wollte damit auf drastische Weise zeigen, dass Frauen oft nur als reine Lustobjekte dargestellt wurden. Ihre Performance gilt auch fast 60 Jahre später als Meilenstein des feministischen Aktionismus. In der erweiterten Fotoserie "Aktionshose: Genitalpanik" hielt sie mit entblößter Scham und zerzauster Mähne zusätzlich ein Maschinengewehr in den Händen. Als Symbol der männlichen Macht, die den Frauen nicht zustand. Eine weitere bekannte Aktion war 1968 das "Tapp- und Tastkino" in München. Dabei befestigte sie ein Pappgehäuse an ihrem nackten Oberkörper und rief Passanten dazu auf, durch eine Öffnung ihre Brüste zu betasten.