"Passeport" von Alexis Michalik wird nach Verbot durch französischen RN in anderer Stadt gezeigt

    Flüchtlinge warten mit ihrem Gepäck darauf, vom illegalen Lager in Calais in Aufnahmezentren in ganz Frankreich gebracht zu werden.
    Flüchtlinge warten mit ihrem Gepäck darauf, vom illegalen Lager in Calais in Aufnahmezentren in ganz Frankreich gebracht zu werden. © AFP / PHILIPPE HUGUEN
    Das Theaterstück "Passeport" des preisgekrönten französisch-britischen Regisseurs Alexis Michalik war der rechtsnationalen Partei Rassemblement National in der südfranzösischen Stadt Castres offenbar nicht genehm - und wurde Anfang Juni aus dem Spielplan des Stadttheaters gestrichen. Jetzt findet es in einer anderen Stadt im gleichen Departement Tarn eine neue Spielstätte. Laut der Zeitung ”Le Figaro” hat der Vorsitzende des Departmentrats angekündigt, dass das Stück im Januar auf dem Spielplan stehen wird. Zuvor hatte die französische Kulturministerin Catherine Pégard die Absetzung des Stücks verurteilt und erklärt, dass die Kunstfreiheit geschützt und gesetzlich verankert ist. In dem Stück "Passeport" geht es um den Werdegang eines jungen Flüchtlings aus Eritrea, der im so genannten "Dschungel" von Calais dem Tod überlassen wird. Der Schauspieler, Regisseur und Autor Alexis Michalik ist unter anderem fünfmaliger Träger französischen nationalen Theaterpreises Molière.