Pariser Musée d'Orsay eröffnet Saal für Nazi-Beutekunst

    Eine Skizze einer nackten Frau, die mit dem Rücken zum Betrachter sitzt und ihre Arme hebt.
    Auch Bilder von Pierre-Auguste Renoir sind ab heute in der Raubkunst-Abteilung des Musée d'Orsay zu sehen. © imago / Artokoloro
    Einen eigenen Ausstellungssaal für Nazi-Beutekunst hat das Pariser Musée d'Orsay eröffnet. Dort werden Werke gezeigt, die während des Zweiten Weltkriegs in Frankreich gestohlen oder zu niedrigen Preisen aufgekauft wurden. Bis heute konnten sie nicht an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben werden. Der Saal trägt den Titel "Wem gehören diese Werke?". Ausgestellt sind Bilder von Auguste Renoir und Edgar Degas, aber auch von weniger bekannten Malern. Insgesamt wurden während der deutschen Besatzungszeit in Frankreich etwa 100.000 Kulturgüter aus jüdischem Besitz erbeutet. Rund 60.000 gab der Staat nach Kriegsende zurück. Einen Teil verkaufte er in den 50er Jahren, über 2.000 Werke gingen an französische Museen. Die Besitzer zu finden wird mehr als 80 Jahre nach Kriegsende immer schwieriger. Inzwischen hilft dabei auch künstliche Intelligenz.