Ozzy Osbourne

    Heavy-Metal-Legende wird 75 Jahre alt

    Der Heavy-Metal-Sänger Ozzy Osbourne bei einem Fototermin 2022: Er trägt ein schwarzes T-Shirt, Brille und eine goldene Halskette mit einem Kreuz.
    Er will den Fans noch ein Konzert schenken: Ozzy Osbourne bei einer Autogrammstunde 2022 in Long Beach, Kalifornien, wo er sein Album "Patient Number 9" bewarb. © picture alliance / ZUMAPRESS / Ron Lyon
    1970 gilt als Geburtsjahr des Heavy Metal: Ozzy Osbourne sang den Song "Black Sabbath", getragen von einer großartigen Band. Viele Alben, Solotrips und Eskapaden später wird Ozzy 75 Jahre alt. Ob er es noch einmal auf die Bühne schafft, ist ungewiss.
    John Michael Osbourne - kurz Ozzy - feiert am 3. Dezember seinen 75. Geburtstag. Wer hätte gedacht, dass er überhaupt so alt wird? Denn der Mann mit den langen schwarzen Haaren ist dem Tod gleich mehrfach von der Schippe gesprungen. Jahrelang dröhnte er sich mit Drogen und Alkohol zu.
    Zu seinem düsteren Image trugen dämonische Botschaften und skandalöse Konzerte bei. Bis heute legendär ist ein Auftritt, bei dem der „Prince of Darkness“ auf der Bühne einer Fledermaus den Kopf abbiss und daraufhin gegen Tollwut behandelt werden musste.

    Black Sabbath prägte ein ganzes Genre

    Der Platz in der Ruhmeshalle des Heavy Metal ist Ozzy Osbourne in jedem Fall sicher. Schließlich ist seine gequält quäkende Stimme in dem großartig gespielten, düster schleppenden Song "Black Sabbath" von 1970 ein unerhörter Sound, der einen frösteln lässt. Der Song gilt als Geburtsstunde einer Musikrichtung, die sich danach in zahllose Subgenres verzweigte. Der dröhnende Hard Rock von der Band Black Sabbath und der eigenwillige, hohe Gesang von Ozzy Osbourne prägten viele nachfolgende Metal-Giganten.
    Nach stilprägenden Alben und Hits wie "Paranoid" und "War Pigs" sowie Querelen und Alkohol-Eskapaden kam 1978 das Aus als Sänger von Black Sabbath. Ozzy Osbournes spätere Solo-Ausflüge waren nicht immer glücklich; mit den Stars der großen Heavy-Metal-Welle der 80er-Jahre konnte er weder kommerziell noch künstlerisch mithalten. 2013 gelang ihm allerdings ein beachtliches musikalisches Comeback: Mit Black Sabbath veröffentlichte er das Album „13“. In den Augen vieler Kritiker war es noch ein später Meilenstein für Ozzy.
    Beim jüngeren Publikum wurde der Brite Anfang des Jahrtausends vor allem als exzentrischer Familienvater in der Doku-Soap „The Osbournes“ bekannt. Tag und Nacht ließ sich die Familie des Sängers für MTV filmen. Damals standen auch seine Kinder, vor allem Tochter Kelly im Licht der Öffentlichkeit und immer wieder in den Klatschspalten.

    Eine letzte Show für die Fans

    Dass er seinen 75. feiern kann, ist nicht selbstverständlich. Osbourne sagte im Februar 2023 seine mehrfach verschobene Tour durch Europa und Großbritannien aus gesundheitlichen Gründen ab. Im Oktober wollte er bei einem Festival in Kalifornien auftreten, aber auch dieses Comeback fiel aus. Im September sagte er dem deutschen Musikmagazin "Metal Hammer", dass er ein neues Album aufnehmen und auf Tour gehen wolle.
    Aber die Zeichen für eine Tournee stehen schlecht. Ozzy Osbourne hat seine Parkinson-Erkrankung öffentlich gemacht und musste schon mehrfach operiert werden. Auch eine Corona-Infektion machte ihm sehr zu schaffen. Der britischen Musikzeitschrift "Rolling Stone" sagte er, dass zudem bei einer Wirbelsäulen-Operation ein Tumor entdeckt und entfernt worden sei.
    Dennoch will Ozzy Osbourne mindestens noch ein Konzert für seine Fans spielen. "Sie sind mir seit verdammt vielen Jahren treu. Sie schreiben mir, sie wissen alles über meine Hunde. Sie sind meine erweiterte Familie“, sagte er dem "Rolling Stone". Nun wolle er einfach nur gesund genug sein, um wenigstens eine Show zu spielen, bei der er sich für sein Leben bedanken könne: "Darauf arbeite ich hin, und wenn ich am Ende tot umfalle, werde ich als glücklicher Mann sterben."

    scr