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Die Reportage / Archiv | Beitrag vom 31.05.2020

Osteuropäische Arbeitskräfte in Deutschland"Sie behandeln uns wie Sklaven"

Von Manfred Götzke

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Das Firmenlogo von Westfleisch hängt an der Fassade des Fleischverarbeiteten Betriebes in Coesfeld.  (Guido Kirchner/dpa )
Bei Westfleisch in Coesfeld wurden mehr als 200 Beschäftigte positiv auf das Coronavirus getestet (Guido Kirchner/dpa )

Der Skandal bei der Firma Westfleisch hat in den Fokus gerückt, was ohnehin bekannt war, aber selten Thema wurde: Hunderttausende Osteuropäer arbeiten in Deutschland unter unwürdigen Arbeitsbedingungen. Und zwar nicht nur in Fleischfabriken.

Seit Jahren werden in Deutschland Hunderttausende Osteuropäer in einer Art und Weise ausgebeutet, die an moderne Sklaverei grenzt: Sie zahlen an dubiose Firmen Vermittlungsgebühren, um dann in deutschen Fleischfabriken zu schuften, sich auf dem Bau zu verdingen – oder 15 Stunden am Tag LKW zu fahren. Betrogen um den Mindestlohn, arbeiten viele für fünf oder sechs Euro pro Stunde oder werden gar nicht bezahlt.

Überstunden und Unterbringung in Schrottimmobilien

Deutsche Firmen und Subunternehmer umgehen den gesetzlichen Mindestlohn, indem Überstunden nicht abgerechnet und absurde Summen für Transport, Arbeitskleidung und Unterkunft in Schrottimmobilien verlangt werden. Zwar verspricht die Politik gesetzliche Regelungen, doch haben Arbeitsrechtler die Hoffnung längst aufgegeben, dass sich wirklich etwas ändert.

Ein Briefkasten vor der Tür einer Sammelunterkunft von osteuropäischen Vertragsarbeitern (Deutschlandradio/ Manfred Götzke)Ein Briefkasten vor der Tür einer Sammelunterkunft von osteuropäischen Vertragsarbeitern. (Deutschlandradio/ Manfred Götzke)

Manfred Götzke ist für seine Recherche in das Örtchen Rosendahl bei Coesfeld gefahren. Dort hat die Firma Westfleisch ihren Sitz. Anfang Mai hatten sich hier 270 Beschäftigte mit Corona infiziert. Manfred Götzke war aber nicht nur in den Sammelunterkünften der rumänischen Werksarbeiter von Westfleisch, er hat für seine Reportage auch einen LKW-Fahrer getroffen und mit Politikern und Menschenrechtsaktivisten gesprochen.

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