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Alte Musik | Beitrag vom 27.10.2020

Orientstimmung bei Francois CouperinSonate "La Sultane"

Von Georg Beck

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Eine junge Frau in orientalischem Gewand sitzt stickend einer andenen Frau auf großen Kissen gegenüber.  (imago images / United Archives)
Immer schön: die Sultanin - hier in einem Gemälde von Carle van Loo. (imago images / United Archives)

Woher dieser Titel "La Sultane"? Vielleicht zielt es auf die "schwüle Stimmung" dieser Musik ab, die sich wie ein Gespinst aus Verzierungsketten ins Ohr webt? Ist das musikalische Verführung und damit die Stimmung des Serail?

Wie kam der Komponist auf die Idee dieses Werkes? Von Francois Couperin gibt es dazu keine nähere Auskunft, wie er überhaupt recht sparsam gewesen ist in Sachen autobiografische und sonstige Mitteilungen. So stellt uns seine um das Jahr 1695 unter eben diesem Namen "La Sultane" (Die Sultanin) herausgegebene "Sonate en quatuor" vor ein Rätsel.

Die Musik ist besonders: Zwei Violinen, zwei Gamben über einem Basso continuo, die von einer Verzierungskette zur nächsten wandeln und dabei einen Duft verströmen, in dem alles Feste wie "das Ich", wie "der Wille" sich aufzulösen scheint. Auf diesem Boden blühen die Serail-Fantasien.

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