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Neue Musik | Beitrag vom 23.04.2019

Orgel-Projekt für die Avantgarde Organum in posterum

Von Matthias Richard Entreß

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Der Organist Maximilian Schnaus blickt in die Kamera (Marco Borggreve)
Zionskirche Berlin: Heimstatt der Avantgarde. Wie entwirft man die ideale Orgel für Neue Musik? Der Organist Maximilian Schnaus (Marco Borggreve)

Seit dem Zweiten Weltkrieg fehlt der Berliner Zionskirche das klingende Herz: die Orgel. Im Jahre 2023 soll sie vollendet sein, und die Fäden laufen zusammen bei Maximilian Schnaus, dem jungen Orgelvirtuosen und Kantor in der "Gemeinde am Weinberg".

Wie muss die Orgel beschaffen sein, die die Welt der Gegenwartsmusik mit Spiritualität und religiöser Einkehr vereint?

Der "Klang Raum Zion" soll gleichermaßen avancierter Konzertort sein wie auch dem Gottesdienst und damit Menschen, denen neue Musik mehrheitlich nicht vertraut sind, eine neue Dimension der hörenden Wahrnehmung eröffnen.

Der Orgelvisionär

Der 1986 geborene Organist und Komponist Maximilian Schnaus (1. Preis des Orgelwettbewerbs im Berner Münster), der Stockhausens für unspielbar gehaltene "Himmelfahrt" (1. Stunde aus "Klang") spielt, als habe er vier Hände und zwei Gehirne, ist dieser Praktiker und visionäre Kenner, der die für dieses Projekt nötigen Kräfte zusammenführt.

Welche technischen Errungenschaften Einzug halten werden in dieses Instrument zwischen Megalomanie und Mikrotonalität, zwischen Ekstase und Meditation, entscheidet sich jetzt.

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