Orban-nahe Sender in Ungarn stellen ihren Betrieb wieder ein

    Ungarns Regierungschef Peter Magyar steht in einer Pressekonferenz vor einer EU-Flagge.
    Ungarns Regierungschef Peter Magyar © picture alliance / Anadolu / Salih Okuroglu
    In Ungarn haben die wichtigsten staatlichen Rundfunksender mit Verbindung zum abgewählten Ministerpräsidenten Viktor Orbán am Dienstagnachmittag den Sendebetrieb eingestellt. Betroffen waren laut örtlichen Zeitungen die Fernsehstation "M1" und der Hörfunksender "Kossuth Radio". Der neue Ministerpräsident Peter Magyar sprach von einem "historischen Tag". Auf der Frequenz von M1 war ab dem Nachmittag bloß ein schwarzer Bildschirm mit einem Hinweistext zu sehen. Als eine der meistgehörten Radiostationen des Landes spielte "Kossuth Radio" bis auf Weiteres nur noch das Musikprogramm eines Partnersenders ab. In seiner 16-jährigen Amtszeit hatte Orbán laut Kritikern öffentlich-rechtliche Medien faktisch in Staatssender umfunktioniert. Magyar hatte mit seiner "Tisza"-Partei die Parlamentswahl im April unter anderem mit dem Versprechen gewonnen, die Medienlandschaft grundlegend zu reformieren. Kritik kam unterdessen vom abgewählten Regierungschef Orbán, wie ungarische Zeitungen berichten. Er sprach am Dienstag von einem "weiteren Schritt der Tisza-Tyrannei".