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Konzert / Archiv | Beitrag vom 31.12.2014

Operngala und StarkdeutschDie Welt wird Theater

Aufzeichnungen aus der Kölner Philharmonie und von der Wartburg

Kölner Dom und Museum Ludwig (dradio.de/Andreas Diel)
Kölner Dom und Museum Ludwig (dradio.de/Andreas Diel)

Jacques Offenbach, einer der wichtigsten französischen Opernkomponisten, stammte aus Köln – nun kommt die französische Oper nach Köln zurück: mit einer Gala des Ensembles "Le Cercle de l'Harmonie" unter Leitung ihres Gründers Jérémie Rhorer.

Sie sammelten Kunst, verrissen Bücher und teilten sich eine Frau: Die Brüder Goncourt lebten in einer urbanen Scheinwelt, die von Paris im 19. Jahrhundert Besitz ergriffen hatte. Über die Atmosphäre einer Theaterprobe notierten die Goncourts in ihr gemeinsames Tagebuch: „Alles ist suspensiert: das wirkliche Leben, die Uhrzeit draußen, der Sonnenschein. Wenn man um vier Uhr herauskommt, trifft man einen sich neigenden Tag. Man steht plötzlich ganz verdutzt und desorientiert auf der Straße; man weiß nicht mehr, ob man lebt, ob man träumt."

Spätestens durch den Staatsstreich Napoleons III., den Karl Marx in seiner brillanten Analyse „Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte" besprach, als handele es sich um eine Premiere, wurde Paris zu einer einzigen großen Bühne, zu einem institutionalisierten Staats-Theater. Es war die große Zeit der französischen Oper, ausdifferenziert in viele Genres, gerade auch komischer Art. Was diese Opernformen aus heutiger Sicht miteinander verbindet, ist der traurige Umstand, dass sie weitgehend vergessen sind und dass es kaum noch Musiker gibt, die für die Interpretation dieser speziellen Kunstform ausreichend Expertise besitzen. Der französische Dirigent Jérémie Rhorer ist einer der wenigen von ihnen. Wenn er nun in der Kölner Philharmonie Kostproben aus der Opéra comique (der französischen Variante des Singspiels) präsentiert, kann man mit einem Abend voller spritziger Musik ebenso wie mit einem erkenntnisreichen Programm rechnen.

Nach so viel französischem Feinsinn folgt dann ein rechtsrheinisches Kontrastprogramm: „Strackdeutsch!" – ein musikalisch-literarischer Abend mit Matthias Koeppel, den Deutschlandradio Kultur im Rahmen seiner Wartburgkonzerte bereits vor gut neun Jahren in Thüringen aufgenommen hat.

 

Kölner Philharmonie

Aufzeichnung vom 30. Dezember 2014

Musik der Opéra comique

Ouvertüren und Arien aus Opern von Hector Berlioz, Georges Bizet, Emmanuel Chabrier, Léo Delibes, Ferdinand Herold und Ambroise Thomas

Lenneke Ruiten, Sopran

Leonardo Capalbo, Tenor

Le Cercle de l'Harmonie

Leitung: Jérémie Rhorer

 

anschließend:

322. Wartburgkonzert

Aufzeichnung vom 27. August 2005 aus dem Palas der Wartburg, Eisenach

 

Starckdeutsch! Ein musikalisch-literarischer Abend

Mit Werken von Jean Rivier, Erwin Schulhoff, Heinz Holliger und Bearbeitungen bekannter Schlager

 

Matthias Koeppel, Rezitation

Trio Lézard: Stéphane Egeling, Oboe

Jan Creutz, Klarinette

Anne Gerstenberger, Fagott

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