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Konzert / Archiv | Beitrag vom 30.12.2017

Oper historischMozarts "Don Giovanni"

Die Eröffnungsvorstellung der Deutschen Oper Berlin 1961

Nachtaufnahme der Deutschen Oper am 13.09.2012 in Berlin. Die Deutsche Oper feierte am 20. und 21. Oktober 2012 ihr hundertjähriges Jubiläum. (picture-alliance / dpa-ZB / Britta Pedersen)
Nachtaufnahme der Deutschen Oper Berlin (picture-alliance / dpa-ZB / Britta Pedersen)

Heute ist wohl nur noch ansatzweise nachvollziehbar, in welcher Weise die Eröffnung der Deutschen Oper in Berlin-Charlottenburg, nur wenige Wochen nach dem Mauerbau, nicht zuletzt ein politisches Ereignis war. Doch auch künstlerisch war eine Sternstunde zu erwarten.

Dafür sollte vor allem Ferenc Fricsay bürgen, der mit Berlin und vor allem dessen RIAS-Sinfonieorchester schon seit Jahren engstens verbundene und als Mozart-Spezialist weltweit anerkannte Dirigent des Premierenabends. Ansonsten ist es ziemlich interessant zu sehen – und in der Hauptsache natürlich zu hören – dass man zu diesem festlichen Termin an der Charlottenburger Bismarckstraße sängerisch eine Synthese zwischen Reife und Erfahrung mit einer einigermaßen plausiblen Altersstruktur suchte. Um den von Dietrich Fischer-Dieskau verkörperten Titelhelden scharte sich ein Spitzenensemble, in dem fast alle tragenden Stimmen von Interpreten verkörpert wurden, die wie Fischer-Dieskau selbst in der zweiten Hälfte der 20er Jahre geboren wurden: Pilar Lorengar, Erika Köth, Donald Grobe und Walter Berry.

Dazu kamen die älteren, an der Schwelle des sechsten Lebensjahrzehnts stehenden Elisabeth Grümmer und Josef Greindl; sie alle waren dem Haus beziehungsweise dessen institutionellem Vorgänger, der Städtischen Oper Berlin, als feste Ensemblemitglieder oder zumindest ständige Gäste fest verbunden. Bei dieser Traumkonstellation, von der heutzutage, im Zeitalter der sängerischen Globalisierung, selbst Intendanten größter Häuser nur träumen könnten, ließ es sich keiner nehmen, die Weihe des von Fritz Bornemann entworfenen neuen Hauses mitzugestalten – das bald, nach vorangehender fünfjähriger Bauzeit und unter den Bedingungen der nunmehr geteilten Stadt, zu einem kulturellen Leuchtturm Westberlins wurde und es mit einigen Höhen und Tiefen bis heute geblieben ist. Kürzlich gab Meyerbeers "Le Prophète" auf dem gleichen Sendeplatz einen Eindruck vom derzeitigen künstlerischen Zustand der Deutschen Oper – das mag die  Rückschau auf ihren Tag Eins vielleicht noch ein Stück anregender machen.


Deutsche Oper Berlin

Historische Aufnahme vom 24.09.1961


Wolfgang Amadeus Mozart

'Don Giovanni' - Dramma giocoso in zwei Akten KV 527

Dietrich Fischer-Dieskau, Bariton - Don Giovanni

Elisabeth Grümmer, Sopran - Donna Anna

Donald Grobe, Tenor - Don Ottavio

Josef Greindl, Bass - Der Komtur

Pilar Lorengar, Sopran - Donna Elvira

Walter Berry, Bass - Leporello

Ivan Sardi, Bass - Masetto

Erika Köth, Sopran - Zerlina


Chor der Deutschen Oper Berlin

Orchester der Deutschen Oper Berlin

Leitung: Ferenc Fricsay

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