Seit 14:30 Uhr Vollbild

Samstag, 24.08.2019
 
Seit 14:30 Uhr Vollbild

Konzert / Archiv | Beitrag vom 31.01.2015

OperDer gute Kaiser

Aufzeichnung aus Paris

Italien: Forum Romanum in Rom (picture alliance / Daniel Kalker)
Hier könnte sich die Handlung von Mozarts Oper "La Clemenza di Tito" zugetragen haben: Das Forum Romanum (picture alliance / Daniel Kalker)

Lange Jahre gehörte Mozarts "La Clemenza di Tito" zu den weniger beliebten Werken. Inzwischen ist die "altmodische" Opera Seria rehabilitiert. Im Pariser Théâtre des Champs-Elysées hat sie der Alte-Musik-Enthusiast Jérémie Rhorer mit renommierten Solisten und seinem Ensemble Le Cercle de l'harmonie aufgeführt.

Es war ein Staatsakt in Prag, zu dem Mozart seine Operia Seria "La Clemenza di Tito" schrieb. Noch im Reisewagen dorthin notierte er die letzten Noten. Sein Schüler Süßmayr verfasste einige Rezitative. Es sollte auch eines von Mozarts letzten Werken sein. In den Jahrzehnten nach seinem Tod trug diese Oper zum stetig steigenden Ruhm des Komponisten bei. Um dann im 20. Jahrhundert beinahe in der Versenkung zu verschwinden.

Der neue Kaiser Titus Vespasianus will ein guter und erfolgreicher Herrscher sein. Weniger die äußeren Feinde und innenpolitischen Opponenten stellen ihn dabei auf die Probe, sondern die Ränkespiele im Inneren der Herrscherkaste. Die Tochter seines Vorgängers, Vitellia, sieht sich von Titus verschmäht. Sie wollte seine Gattin und damit Kaiserin werden. Sie stiftet aus Rache eine Verschwörung an. Der fällt der Kaiser auch scheinbar zum Opfer. Zuvor hatte er doch noch um die Hand der Vitellia angehalten. Der Hauptverschwörer Sextus, Vitellias Geliebter, will sich schon selbst richten, da heißt es, der Kaiser sei am Leben. Wie sollen sich die Verschwörer nun verhalten? Sextus will alle Schuld allein auf sich nehmen, um seine Geliebte zu retten. Am Ende wird der echte Sachverhalt offenbar. Kaiser Titus zeigt seine unendliche "Clemenza", seine Güte, und vergibt allen Verschwörern.

Ein guter Herrscher sollte auch der neue böhmische König und Habsburger Kaiser Leopold II. sein. Zu dessen Krönung wurde Mozarts Oper in Prag erstmals gespielt. Ihre Hoffnung auf einen weisen Monarchen wollten die Auftraggeber, die Prager Stände, in dieser Mozart-Oper besungen wissen. Doch weder Komponist noch Kaiser war ein langes Leben beschieden. Im Abstand von wenigen Monaten verstarben beide bald darauf. Die Musikgeschichte nahm große Schritte voran. Mozarts Musik hat sie niemals vergessen. Doch wer waren schon Kaiser Titus und Kaiser Leopold?

Die Aufführung des "Titus" im Originalklang-Gewand im Pariser Théâtre des Champs-Elysées gehörte zu den Höhepunkten des letzten Opernjahres. Neben renommierten Solisten sangen und spielten die Fachkräfte von Ensemble Vocal Aedes und Le Cercle de l'Harmonie unter Leitung von Jérémie Rhorer.

 

Théâtre des Champs-Elysées, Paris

Aufzeichnung vom 20. Dezember 2014

 

Wolfgang Amadeus Mozart

„La Clemenza di Tito"

Opera seria in zwei Akten

Libretto: Caterino Mazzolà

 

Tito Vespasian, Herrscher von Rom - Kurt Streit, Tenor

Vitellia, Tochter des vorherigen Kaisers Vitellio - Karina Gauvin, Sopran

Sesto, Freund des Tito - Kate Lindsey, Sopran

Annio, Freund des Sesto - Anna Grevelius, Sopran

Servilia, Schwester des Sesto - Julie Fuchs, Sopran

Publio, Hauptmann der Prätorianer - Robert Gleadow, Bass

Ensemble vocal Aedes

Le Cercle de l'Harmonie

Leitung: Jérémie Rhorer

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur