Seit 16:00 Uhr Nachrichten
Freitag, 27.11.2020
 
Seit 16:00 Uhr Nachrichten

Konzert / Archiv | Beitrag vom 20.12.2014

OperDenkbar einfach kompliziert

Live aus der MET in New York

A view of the grand staircase in the Metropolitan Opera at Lincoln Center in New York, New York, USA, on 12 May 2009. Lincoln Center, which was the first major cultural complex in the United States and has become the world?s largest performance center, is celebrating its 50th anniversary this year.  (picture-alliance/ dpa / epa Justin Lane)
Die Metropolitan Opera im Lincoln Center in New York City (picture-alliance/ dpa / epa Justin Lane)

Zeitlos menschlich, überraschend und turbulent ist Mozarts "Die Hochzeit des Figaro" - die New Yorker Metropolitan Opera hat mit dieser Oper ihre aktuelle Saison eröffnet. An diesem Abend gewährt die MET wieder Einblicke die Kammer von Susanna und Figaro.

1786 brachte Wolfgang Amadeus Mozart seine Fassung der Intrigengeschichte des Kammerdieners Figaro auf die Bühne des Wiener Hoftheaters. Heute gehört sie zum weltweiten Standardrepertoire. Die Metropolitan Opera in New York eröffnete die laufende Saison mit "Le Nozze di Figaro" - eine weitere Vorstellung wird heute im Rahmen der weltweiten Live-Übertragungen zu hören sein, die von der Europäischen Rundfunkunion EBU organisiert werden

"Die Hochzeit des Figaro" war das erste Werk, bei dem Wolfgang Amadeus Mozart mit dem Textdichter Lorenzo da Ponte zusammengearbeitet hat. Später sollten noch die Opern "Don Giovanni" und "Cosi fan tutte" folgen. Grundlage der turbulenten Geschichte war das französische Lustspiel "La folle journée, ou Le mariage de Figaro" von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais.

Im vorrevolutionären Paris löste diese Komödie über das Kammerdienerpaar Susanna und Figaro, das sich am Ende doch erfolgreich gegen seine Herren durchsetzt, einen unerhörten Skandal aus. Es erhitzte die Gemüter und traf doch empfindlich den Nerv der Zeit. Dass der österreichische Kaiser Joseph II. seine Zustimmung dazu gab, diesen Stoff in seinem Herrschaftsgebiet auf die Bühne zu bringen, grenzte an ein Wunder. 

Leopold Mozart schrieb an Nannerl: "Heute den 28ten gehet Deines Bruders opera ‚Le nozze di Figaro' das erste Mal in scena. Es wird viel seyn, wenn er reüssiert, denn ich weiß, dass er erstaunlich starke Cabalen wider sich hat. Salieri mit seinem ganzen Anhang wird wieder Himmel und Erde in Bewegung zu bringen sich alle Mühe geben ..."

Das Verwechslungs- und Verkleidungsspiel von Susanna, Figaro, Graf und Gräfin ist ein zeitloses Stück über menschliche Beziehungen und menschliche Schwächen. Männer sind anders - und Frauen auch.

 

Live aus der Metropolitan Opera New York

 

Wolfgang Amadeus Mozart

"Le Nozze di Figaro" - Opera buffa in vier Akten

Libretto: Lorenzo Da Ponte, nach der Komödie "La follejournée, ou le Mariage de Figaro" von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais

 

Graf Almaviva - Mariusz Kwiecien, Bariton

Gräfin Almavia - Rachel Willis-Sørensen, Sopran

Susanna - Danielle de Niese, Sopran

Figaro - Erwin Schrott, Bassbariton

Cherubino - Serena Malfi, Mezzosopran

Marcellina - Susanne Mentzer, Mezzosopran

Bartolo - John Del Carlo, Bass

Basilio - Alan Oke, Tenor

Don Curzio - Scott Scully, Tenor

Barbarina - Ashley Emerson, Sopran

Antonio - Philip Cokorinos, Bass

Chor und Orchester der Metropolitan Opera New York

Leitung: Edo de Waart

.

 

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur