Omas Erbstück entpuppt sich als echter Michelangelo

Bei der unsignierten Rötelzeichnung eines Fußes handelt es sich offenbar um einen echten Michelangelo. Wie die "Frankfurter Allgemeine" berichtet, hat ein Mann aus Nordkalifornien, der es vorzieht, anonym zu bleiben, die Zeichnung von seiner Großmutter geerbt. Deren Herkunft aus der Familie des im Dienst des dänischen Hofes stehenden Schweizer Diplomaten Armand François Louis de Mestral de Saint-Saphorin hat demnach Michelangelos Urheberschaft nach einer Überprüfung durch eine Zeichnungsexpertin des New Yorker Auktionshauses Christie´s bekräftigt. Der Diplomat hatte sich im 18. Jahrhundert als Sammler von Zeichnungen und Drucken hervorgetan. Auch durch diese Provenienz konnte die Zeichnung als bisher unbekannte Studie für den rechten Fuß von Michelangelos Libyscher Sibylle an der nordöstlichen Seite seines Deckengemäldes in der Sixtinischen Kapelle in Rom identifiziert werden. Für die Zuschreibung spricht laut FAZ jedoch vor allem der Bezug zu Michelangelos Blatt mit Studien zur Anatomie der Sibylle im New Yorker Metropolitan Museum. Obwohl Christie’s mit Ausnahme von Paul Joannides die Michelangelo-Experten nicht nennen darf, soll bei der Versteigerung am 5. Februar in New York ein hoher Preis aufgerufen werden. Experten rechnen, vorsichtig geschätzt, mit mindestens 1,5 bis zwei Millionen Dollar.