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Interview / Archiv | Beitrag vom 09.02.2018

Olympia in PyeongchangTauwetter vor den Winterspielen?

Lars-André Richter im Gespräch mit Liane von Billerbeck

Die Olympischen Spiele 2018 in PyeongChang 2018  (dpa / TASS / Sergei Bobylev)
Die Olympischen Spiele 2018 in PyeongChang 2018 (dpa / TASS / Sergei Bobylev)

Die wenigsten Südkoreaner rechneten damit, dass die Winterspiele einen politischen Durchbruch im Verhältnis zu Nordkorea bringen würden, meint Lars-André Richter. Immerhin befürchte man keine Störaktionen des Nordens, sondern erwarte friedliche Spiele.

Das protokollarische Staatsoberhaupt Nordkoreas wird da sein, die Schwester Kim Jong Uns auch, und dann soll es noch ein gemeinsames Frauen-Eishockey-Team geben - vor dem heutigen Start der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang stehen die Zeichen zwischen Nord- und Südkorea eher auf Tauwetter.

Allzu groß seien die Erwartungen in Südkorea jedoch nicht, dass daraus ein großer politischer Durchbruch werden könnte, meint Lars-André Richter, Büroleiter der Friedrich-Naumann-Stiftung in Seoul. "Aber immerhin: Man ist beruhigt, dass die Spiele wahrscheinlich friedlich und entspannt über die Bühne gehen."

Keine Störaktionen Nordkoreas erwartet

Angesichts der politischen Spannungen im vergangenen Jahr hätten doch viele Menschen Sorgen gehabt, dass es im Vorfeld und während der Spiele zu Störaktionen des Nordens kommen könnte. "Das ist jetzt erstmal vom Tisch, und darüber sind, glaube ich, die Menschen hier erstmal sehr, sehr zufrieden." 

Trainer und Spieler aus Nord- und Südkorea begrüßen sich mit Blumen vor ihrem ersten gemeinsamen Training im Vorfeld der Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang. Das Training fand im Jincheon National Training Center südöstlich von Seoul statt. (imago sportfotodienst)Trainer und Spieler aus Nord- und Südkorea begrüßen sich mit Blumen vor ihrem ersten gemeinsamen Training im Vorfeld der Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang. (imago sportfotodienst)

Das gemeinsame Frauen-Eishockey-Team habe sportlich "wahrscheinlich relativ wenig Sinn", sagt Richter, aber es sei für die Koreaner durchaus eine Herzensangelegnheit und eine symbolisch wichtige Sache. "Es geht hier natürlich sehr, sehr viel um Symbolpolitik, und man hat sich dann da eben auch eine Sportart gewählt – Eishockey ist nicht ganz so populär, zumal eben auch Damen-Eishockey, insofern hat das da eben am wenigsten Widerstände gegeben."

"Man spielt hier eher Golf"

Ohnehin sei Südkorea eigentlich keine Wintersportnation, auch wenn es immerhin Berge und Schnee gebe: "Man spielt hier eher Golf oder wandert gerne." Es gehe insofern eher darum zu zeigen, dass man auch Olympia könne, sagt Richter. "Aber der zweite Aspekt ist eben tatsächlich, dass das Ganze jetzt eben ein bisschen verkauft werden als: Seht her, die olympische Friedensidee spielt doch noch eine Rolle!"

(uko)

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