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Interview / Archiv | Beitrag vom 21.08.2014

Offizieller Wies'n-MaßkrugKüss mich, trink mich, iss mich!

Autor Detlev Münch über die neue Wies'n-Maß und die Kulturgeschichte des Bierkrugs

Moderation: Nicole Dittmer und Julius Stucke

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Julia präsentiert am 21.08.2014 auf dem Oktoberfestgelände auf der Theresienwiese in München (Bayern) den neuen Wies'n Bierkrug 2014 (gezoomte Aufnahme). Die Wies'n findet dieses Jahr vom 20.09. bis zum 05.10.2014 statt. (dpa / Peter Kneffel)
Oktoberfest-Bedienung Julia stellt den neuen Bierkrug für die Wies'n 2014 vor. (dpa / Peter Kneffel)

Der Wies'n-Maßkrug wird jedes Jahr von einem Künstler neu gestaltet. Dieses Mal zeigt er ein sich vor kunterbuntem Hintergrund küssendes Paar. Unserem Gast Detlev Münch gefällt er gar nicht.

Die Oktoberfest-Krüge der letzten Jahrzehnte seien alle "nicht sehr ansehnlich" gewesen, meint Detlev Münch im Deutschlandradio Kultur: Er ist Autor eines kulturgeschichtlichen Buches über Bierkrüge.

"Das offizielle Oktoberfest-Plakat ist einfach auf den Maßkrug draufgepappt worden. Ich würde mir den Krug also nicht kaufen. Dabei haben die Bayern um 1900 wirklich traumhaft schöne Krüge gemacht. Aber die offiziellen Oktoberfest-Krüge seit 1978 zählen mit Sicherheit nicht dazu."

Die Oktoberfest-Maßkrüge sind mittlerweile wertvolle Sammlerstücke geworden. Dafür hat  Münch eine Erklärung:

"Ich denke, dass es daran liegt, dass man sich wieder auf besondere traditionelle Werte zurückbesinnt. Bayern ohne Maßkrug – das kann man sich nicht vorstellen. Und diejenigen, die in München auf dem Oktoberfest sind, die möchten natürlich auch ein Erinnerungsstück mitnehmen."

Der aus einer Brauerfamilie stammende Detlev Münch hat gerade sein Buch über "120 Jahre Dortmunder Bierkrüge" veröffentlicht:

"Jeder Bierkrug erzählt eine Geschichte. Entweder über die Brauerei, über einen Anlass, über eine Veranstaltung, über ein Jubiläum oder eine Firmeneröffnung. Deshalb ist tatsächlich jeder Bierkrug schon ein Stück Kulturgeschichte. Und auch der neue Oktoberfest-Bierkrug wird ein Stück neue Kulturgeschichte repräsentieren."

Interview

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