Offener Brief gegen geplante Kürzungen bei der MDR-Kulturberichterstattung

Kulturschaffende und -institutionen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben den Mitteldeutschen Rundfunk aufgefordert, geplante Kürzungen bei der Kulturberichterstattung zurückzunehmen. Hintergrund ist das angekündigte Sparprogramm beim MDR. Ein offener Brief an die Leitung des Senders wurde unter anderen vom Leipziger Gewandhaus, der Dresdner Philharmonie, dem Deutschen Nationaltheater Weimar und vielen weiteren Schauspielhäusern unterzeichnet. Sie fordern, dass bei den Finanzentscheidungen die "besondere Bedeutung der Kulturberichterstattung" berücksichtigt wird. Die Unterzeichner erinnern an den im MDR-Staatsvertrag festgeschriebenen Auftrag, "kulturelle Vielfalt und demokratischen Dialog" zu fördern. Sie betonen zudem, dass ohne eine kontinuierliche Berichterstattung "die Grundlage für die langfristige Sicherung von Kulturinstitutionen" fehle. Vor einer Woche war bekannt geworden, dass der MDR über die bereits bekannten 160 Millionen Euro Einsparungen hinaus weitere Kürzungen plant. Wegen der ausgebliebenen Beitragsanpassung fehlten dem Sender schon in diesem Jahr rund 21 Millionen Euro, erklärte Intendant Ralf Ludwig in einem Bericht an den Rundfunkrat. Falls die erwartete Beitragserhöhung ausbleibe, sei es 2026 nicht mehr möglich, diese Ausfälle auszugleichen.