Offener Brief an Regisseur Wim Wenders wegen Nacktszene mit 13-Jähriger Nastassja Kinski

    Wim Wenders, Regisseur, hält nach der Verleihung des Deutschen Filmpreises im Palais am Funkturm seinen Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises in der Hand.
    Wim Wenders hat sich in Berlin bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises zu der Nacktszene mit Natassja Kinski geäußert. © picture alliance / dpa / Christoph Soeder
    Regisseur Wim Wenders hat einen Offenen Brief bekommen. Verfasst hat ihn sein Berufskollege Julius Feldmeier. Er fordert Wenders darin auf, eine Szene aus seinem Film "Falsche Bewegung" herauszuschneiden. Es geht um eine Nacktszene mit der Schauspielerin Nastassja Kinski, die damals 13 Jahre alt war und Wenders seit Jahren bittet, die Szene zu ändern. Bei der Gala zum Deutschen Filmpreis hatte der 80-Jährige selbst Stellung dazu genommen und eingeräumt, er würde das heute nicht mehr so machen. Es gebe andere Sensibilitäten, man lebe in einer völlig anderen Welt als vor 50 Jahren. Wenders will seinem damaligen jungen Ich aber auch keinen Vorwurf machen. Und er stellte die Frage: "Kann man einen Film im Nachhinein kürzen?" Feldmeier findet, es gebe viele Möglichkeiten; man könne die Stelle auch schwärzen oder anderes. Aber - so heißt es in dem Text auf Instagram direkt an Wenders gerichtet: "Es ist deine Verantwortung, das in Ordnung zu bringen." Nastassja Kinski hatte in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" gerade geschildert, wie unwohl sie sich beim Drehen der Szene für "Falsche Bewegung" 1974 gefühlt hat. Ihr Urteil über Wenders lautet: "Es war nun mal der erste Film, er war mein erster Regisseur, und er hat mich nicht beschützt."