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Konzert / Archiv | Beitrag vom 04.04.2019

Offenbachiade zum 200stenChampagner für den Meister

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Ein realistisches fotoähnliches Porträt des älteren Komponisten, der seine Nickelbrille trägt (Rheinisches Bildarchiv Köln)
Jacques Offenbach um 1870, Reproduktion (Rheinisches Bildarchiv Köln)

Das Kölner Gürzenich-Orchester feierte gleich zu Beginn des Jahres den 200. Geburtstag von Jacques Offenbach. Schließlich wurde er hier in der Stadt geboren am Großen Griechenmarkt. Gefeiert wird das nun mit musikalischem Champagner.

Köln und Umgebung feiert den großen Geburtstag mit unzähligen Veranstaltungen unter dem Motto "Yes, we Can-Can". Die Kölner Offenbachgesellschaft hat in diesem Jahr also alle Hände voll zu tun, um an den Geburtstag am 20. Juni 1819 zu erinnern.

Das Neujahrskonzert des Gürzenich-Orchesters gab den Start zum Festjahr, das den "Mozart des Champs-Elysées" feiert. Ein Champagner-Korken für Jacques, der mit 14 Jahren Köln verließ, um in Paris ein Musikstudium zu beginnen - das Violoncello war sein Instrument. 

Jaques Offenbachs als Steinfigurine an einer historischen Steinfassade in einer Reihe anderer historischer Figuren. (Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 )Mitten in der Stadt verewigt: Jaques Offenbachs Abbild am historischen Rathaus in Köln. (Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 )

Der Komponist hinterließ ungefähr 650 Werke. Darunter über 100 für die Bühne, angefangen von kleineren Schauspielmusiken, die er ab 1850 als Bühnenmusik-Leiter der "Comédie-française" verantwortete.

Die Bühne als Heimat

Er konzipierte auch kleinere musikalische Szenen für Veranstaltungen in den Pariser Salons, personenreduzierte Einakter für sein eigenes 1855 eröffnetes "Théâtre des Bouffesparisiens", Ballette und  - natürlich - die abendfüllenden Buffo-Opern, wie "Orphée aux Enfers ", " La Belle Hélène", " La Vie parisienne " und und und. Sie machten ihn erst beliebt, dann berühmt und schließlich überarbeitet.

Das Porträt des Komponisten inmitten musikalischer Allegorien seiner Werke. (Dessin de Gustave Doré)Jaques Offenbach in einer Zeichnung von Dessin de Gustave Doré, veröffentlicht im "Le Journal Illustré". (Dessin de Gustave Doré)

So schnell, wie er komponierte, reiste er auch. Dafür nutzte er die "Adern des Eisenbahnnetzes", das sich rasant in Europa ausdehnte. Und so zog Offenbach von Bühne zu Bühne.

Vielseitigkeit

Zudem hat er in seinem Œuvre nicht eine musikalische Gattung ausgelassen. So komponierte er auch Lieder, Kammermusiken, Chorwerke, Symphonisches, und auch Literatur für den musikpädagogischen Bereich. Unter der Leitung des jungen Franzosen Alexandre Bloch werden Offenbachs unsterbliche Melodien zur "Champagnerglas-Erkenntnismaschine".

(cdr)

Das Orchester in großer Besetzung nimmt stehend Beifall in der Kölner Philharmonie an. (Gürzenich-Orchester Köln / Holger Talinski)Auch das Gürzenich-Orchester Köln feiert Offenbachs runden Geburtstag. (Gürzenich-Orchester Köln / Holger Talinski)

Aufzeichnung des Konzertes vom 6. Januar 2019 in der Kölner Philharmonie

Jacques Offenbach
Ouvertüre aus der romantischen Oper "Die Rheinnixen"

Walzer aus der Opéra bouffe "Barkouf"

Konzertouvertüre zur Opéra bouffe "La Belle Hélène"
(Bearbeitung: Friedrich Lehner)

"Introduction, Prière et Boléro" für Violoncello und Orchester op. 22

Galopp aus der Opéra bouffe "La Vie parisienne"

"Oyayaye ou La Reine des îles" (Oyayaye oder die Königin der Inseln)
Eine Menschenfresserei in einem Akt
Libretto: Jules Moinaux
(Deutsche Erstaufführung)

Matthias Klink, Tenor
Hagen Matzeit, Tenor
Pablo Ferrandez, Violoncello

Gürzenich-Orchester Köln
Leitung: Alexandre Bloch

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