Österreich bekommt Experten-Rat zu Täterkunst

    Aktionist Otto Muehl mit seiner Frau im MAK (Malerei aus dem Gefängnis). Wien. Photographie. 1998
    Der Künstler Otto Muehl im Jahr 1998. © picture alliance / brandstaetter images / Didi Sattmann
    Österreichs Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler hat einen Experten-Rat zum Umgang mit Kunst in Gewaltkontexten angekündigt. Das berichtet der Standard. Hintergrund ist eine Debatte um Werke des Künstlers Otto Muehl (1925-2013). Muehl wurde in den 1990er-Jahren wegen Sexualdelikten verurteilt. Auslöser der Diskussion ist eine geplante Retrospektive im privaten "Wiener Aktionismus Museum". Die Macher würden "fast schon trotzig die Freiheit der Kunst" beschwören und eine Trennung von Leben und Werk des verurteilten Sexualstraftäters fordern, schreibt "Der Standard". Kulturminister Babler sagte, Werk-Person-Trennung werde den Menschen nicht gerecht, die Missbrauch erlitten haben. Der Experten-Rat soll Fälle von Täter-Kunst künftig mit juristischer, kunsthistorischer und psychosozialer Expertise überprüfen und bewerten. Er soll Empfehlungen zu einem zeitgemäßen und verantwortungsvollen Umgang mit entsprechenden Werken erstellen, so die Zeitung.