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Interview / Archiv | Beitrag vom 06.01.2017

Öffentlicher NahverkehrMehr Transparenz und digitale Tickets

Philipp Kosok im Gespräch mit André Hatting

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Eine Berliner Fahrkarte  (picture alliance / dpa / Britta Pedersen)
Ein Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel in Berlin - Gehört die Papierfahrkarte bald der Vergangenheit an? (picture alliance / dpa / Britta Pedersen)

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat Großes vor: Ein einheitliches Tarifsystem für alle Verkehrsverbünde und elektronische Tickets. Philipp Kosok ist skeptisch, ob sich die Pläne wirklich umsetzen lassen. Mehr Kundenfreundlichkeit sei aber in jedem Fall gut.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will den Zugang zum Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in den rund 370 regionalen Verkehrsunternehmen digitalisieren und vereinfachen. Elektronische Chipkarten oder Handytickets sollen bis 2019 Papierfahrkarten für Busse und Bahnen in nahezu allen deutschen Städten überflüssig machen. So soll der ÖPNV attraktiver werden.

Zurzeit hat jeder Verkehrsverbund ein eigenes System

Dies sei zwar keine neue Idee, denn einzelne Verkehrsverbünde würden schon damit arbeiten, sagt Philipp Kosok vom Verkehrsclub Deutschland. Der Referent für Verkehrspolitik (Bahn/Öffentlicher Nahverkehr) meint jedoch:

"Was uns heute noch fehlt, ist tatsächlich eine bundesweite, zentrale Plattform, die all diese Informationen bündelt und wirklich sehr komfortabel für die Gäste bereit hält. Wenn Herr Dobrindt sich jetzt dazu entschließt, diese ganzen Bemühungen zu unterstützen, dann finde ich das natürlich grundsätzlich positiv."

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) (picture alliance / dpa / Stephanie Lecocq)Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) plant den digitalen Fahrschein für alle Verkehrsverbünde des ÖPNV. (picture alliance / dpa / Stephanie Lecocq)

Derzeit herrscht große Unübersichtlichkeit, weil jeder Verkehrsverbund sein eigenes System hat. In manchen Städten – etwa München und Hamburg – muss, wer jemanden zur U-Bahn begleitet und den Bahnsteig lediglich betritt, offiziell sogar noch eine "Bahnsteigkarte" kaufen.

Nutzerfreundliche App als erster Schritt

Kosok ist skeptisch, dass es bald ein deutschlandweit einheitliches Tarifsystem geben werde, wie von Dobrindt ebenfalls angedacht. Ein erster wichtiger Schritt sei jedoch eine nutzerfreundliche App, mit deren Hilfe jegliche Nutzung von U- und S-Bahnen und Bussen in verschiedenen ÖPNV-Netzen transparent für den Fahrgast wird. Dadurch müsse ein Fahrgast, der in einer fremden Stadt die Verkehrsmittel nutzen möchte, nicht alle Apps fremder Verkehrsbetriebe herunterladen, sondern könnte Informationen und Fahrkarten über eine maßgeschneiderte App abrufen.

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