NS-Raubkunst bei Nachkommen eines niederländischen SS-Kollaborateurs entdeckt

    Foto vom 11.10.1941, aufgenommen anläßlich der Vereidigung des 1. Bataillons des niederländischen Waffen-SS-Freiwilligencorps. Hendrik Seyffardt steht hinter dem Redner als zweiter von links
    In den Niederlanden gab es ein Waffen-SS-Freiwilligencorps, das Generalleutnant Hendrik Seyffardt führte. Einer seiner Nachkommen macht nun NS-Raubkunst öffentlich © picture alliance / SZ Photo
    Der niederländische Kunstdetektiv Arthur Brand hat schon viele verschollen geglaubte Gemälde aufgespürt. Neu hinzu kommt das Werk "Porträt eines jungen Mädchens" des Malers Toon Kelder. Das Bildnis hing Brand zufolge wahrscheinlich Jahrzehnte lang im Haus von Nachkommen des hochrangigen SS-Kollaborateurs Hendrik Seyffardt. Darauf aufmerksam gemacht wurde Brand nach eigenen Angaben von einem Mann, der erst kürzlich seine Verwandtschaft zu Seyffardt festgestellt hatte und das Porträt bei einem Besuch der Familie gezeigt bekam - mit dem Zusatz, es handele sich um ein geraubtes jüdisches Kunstwerk. Das Gemälde stammt nach Recherchen des Kunstdetektivs aus der Kollektion des jüdischen Sammlers Jacques Goudstikker. Dessen Erben bestätigten über ihre Anwälte, dass das Porträt von den Nazis geraubt wurde und forderten die Rückgabe. Rechtlich ist das laut der niederländischen Restitutionskommission schwierig, weil sie Privatpersonen nicht zur Herausgabe zwingen kann. Aus der Sammlung Goudstikker stammte auch ein Bild aus dem 18. Jahrhundert, das erst im vergangenen Jahr in Argentinien wieder auftauchte. Es war dort auf Fotos zu einer Immobilien-Anzeige zu sehen.