NS-Gedenkstätten melden mehr politisch motivierte Vorfälle

    Das Lagertor des ehemaligen KZ Buchenwald. Linker Hand sind Baracken zu sehen, deren Fenster vergittert sind. Es ist ein diesiger Tag, vor dem Tor stehen vereinzelt Menschen mit Regenschirm.
    Lagertor und Baracken des ehemaligen KZ Buchenwald © dpa / picture alliance / Martin Schutt
    Mehrere NS-Gedenkstätten in Deutschland verzeichnen eine Zunahme politisch motivierter Vorfälle. Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora teilte mit, inzwischen sei nahezu wöchentlich eine Anzeige erforderlich. Bis etwa 2020 sei im Durchschnitt nur alle vier Wochen ein Vorfall bei der Polizei angezeigt worden. Das Spektrum reiche von E-Mails mit Todesdrohungen über Hitlergrüße bis zu rechtsextremen Schmierereien am Ehrenfriedhof in Nordhausen. An der Gedenkstätte im oberpfälzischen Flossenbürg wurde nach Angaben eines Sprechers mehr und drastischere Gästebucheinträge festgestellt, "die sich im Grenzbereich zwischen antisemitischen und israelfeindlichen Inhalten befinden". Dazu gehörten etwa Vergleiche zwischen der Situation der Bevölkerung in Gaza und der Situation der KZ-Häftlinge. Die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück in Brandenburg teilte mit, Jugendliche mit rechten Orientierungen zeigten deutlicher, dass sie den Gedenkstättenbesuch als Zumutung begriffen. Mitunter würden auch rechte Parolen geäußert. Das Interesse an Gedenkstätten, die an die Zeit des Nationalsozialismus erinnern, hält derweil an. Einer Umfrage des Evangelischen Pressediensts zufolge verzeichneten viele Einrichtungen im vergangenen Jahr konstante oder steigende Besuchszahlen im Vergleich zum Vorjahr. Die KZ-Gedenkstätte Dachau zum Beispiel zählte im Jahr 2025 über eine Millionen Besucher. In einigen Gedenkstätten gingen die Zahlen aber auch zurück. Im Berliner Dokumentationszentrum "Topographie des Terrors" waren es den Angaben zufolge mit rund 1,5 Millionen Besuchern etwa drei Prozent weniger.