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Interview | Beitrag vom 01.07.2020

Nora Bossong über deutsche EU-Ratspräsidentschaft Bloß nicht jeden Cent vorrechnen!

Moderation: Ute Welty

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Die Schriftstellerin Nora Bossong (imago images / Sven Simon)
Ruf nach Solidarität: die Schriftstellerin Nora Bossong. (imago images / Sven Simon)

Deutschland übernimmt heute die EU-Ratspräsidentschaft. Diese wird ganz im Zeichen von Corona stehen, erwartet die Schrifstellerin Nora Bossong. Deshalb müsse Berlin nun ökonomisch helfen - und solidarisch denken.

Europa kämpft mit den Auswirkungen der Coronakrise - was auch die deutsche Ratspräsidentschaft maßgeblich prägen wird. Die nächsten sechs Monate muss sich die Bundesrepublik als kompetenter Krisenmanager erweisen. Dabei werde es vor allem darauf ankommen, sich großzügig gegenüber den europäischen Partnern zu zeigen, meint die Schriftstellerin Nora Bossong.

Solidarität und Großzügigkeit

Was es nun brauche, seien "deutliche Signale, dass man solidarisch denkt", so Bossong. Es sei wichtig, dass von Deutschland, das von der Pandemie nicht so stark wie andere Länder getroffen worden sei, Hilfe ausgehe - und "dass man nicht jeden Eurocent den anderen vorrechnet, sondern dass man auch mit einer gewissen Generösität und Großzügigkeit vorgeht."

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Das tue der deutschen Mentalität manchmal etwas weh: "Ich glaube aber, dass es ein wichtiges und richtiges Signal wäre."

Erinnerungen an das abgeschottete Europa

Erforderlich sind dafür aus Sicht der Schriftstellerin "ganz sicher ökonomische Hilfen" und "Pläne, die die Einigkeit unterstützen". Vor allem die Grenzschließungen seien in dieser Hinsicht schwierig gewesen, meint Bossong. So eine Schließung unterstreiche "etwas, das wir aus der Vergangenheit kennen - ein abgeschottetes Europa, ein nationales Europa". Auch am Beispiel der Beatmungsgeräte habe sich das anfangs gezeigt. "Da muss es wirklich europäische Lösungen geben, es kann nicht sein, dass man in Krisensituationen in nationale Kleingeisterei zurückfällt."

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