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Fazit | Beitrag vom 07.05.2021

Nominierungen für den Turner-Preis Kunst im Kollektiv

Elke Buhr im Gespräch mit Eckhard Roelcke

14 Mitglieder des Kunstkollektivs "Gentle/Radical" halten Schilder mit Buchstaben hoch - zusammen ergeben sie den Namen des Kollektivs. (Michal Iwanowski)
Eins der größten Kollektive auf der Shortlist des Turner-Preises: Gentle/Radical. (Michal Iwanowski)

Auf der Shortlist des britischen Turner-Preises stehen ausschließlich Kunstkollektive. Themen sind dabei Kochen, Musik und Aktivismus. Aber die kollektive Kunst hat auch Schattenseiten, meint "Monopol"-Chefredakteurin Elke Buhr.

Jahrzehntelang das gleiche Bild bei der wichtigsten britischen Auszeichnung für Kunst: Gewonnen hat den Turner-Preis meistens ein Mann. Erst seit zehn Jahren tauchen öfter Namen von Künstlerinnen auf. Und dieses Jahr überraschen die fünf Namen auf der Shortlist aus einem anderen Grund. Nominiert sind ausschließlich Kunstkollektive, keine Einzelkünstler.

Dabei reicht die Größe vom Duo "Cooking Sections" über kleinere Kollektive wie das "Black Obsidian Sound System" bis zu Großgruppen wie "Gentle/Radical", "Project Art Works" oder "Array Collective", an denen sich über ein Dutzend Künstler und Künstlerinnen beteiligen.

Keine großen Namen, aber Engagement

Nominiert sind nicht die ganz großen Namen der Kunstszene, sagt Elke Buhr, Chefredakteurin des Kunstmagazins "Monopol". Dafür werde eine große Spannbreite abgebildet: "Letztlich ist es ein sehr weiter und sehr sozialer Kunstbegriff, der da zum Vorschein kommt."

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Das trifft den Nagel auf den Kopf. "Cooking Sections" kochen tatsächlich, aber mit Blick auf den Klimawandel und die Artenvielfalt: "Es geht darum, wie man Essen konzipieren kann, ohne dabei gleich die Welt zu zerstören", so Buhr.

Alles muss besser werden

"Black Obsidian Sound System" ist wirklich ein Soundsystem, das Partys veranstaltet. Und das "Array Collective" verbindet ein "karnevaleskes Spiel mit politischen Inhalten und Aktivismus", sagt Buhr. Die Gruppe aus Belfast tritt bei der Pride-Parade und anderen Demonstrationen in Kostümen auf und präsentiert Plakate. "Ich glaube, das ist auch das, was dahinter steckt, hinter diesen Kollektiven. Es geht immer darum: Alles muss besser werden."

Diese Entwicklung zu aktivistischen Kunstkollektiven ist ein zweischneidiges Schwert: "Es ist natürlich fantastisch, wie hier Kunst in soziale Zusammenhänge eingreift und auch nützlich sein kann." Auf der anderen Seite verabschiedet sich der Turner-Preis damit aus den internationalen Kunstzusammenhängen, sagt Buhr. "Mit dem Konzept ist man ganz vorne. Aber an diese Künstler und Künstlerinnen wird sich wahrscheinlich niemand erinnern."

(beb)

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