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Frühkritik | Beitrag vom 22.11.2016

Nicolas Jaar: "Sirens"Tourauftakt im Kölner E-Werk

Ina Plodroch im Gespräch mit Korbinian Frenzel

Der modulare Moog des amerikanischen Erfinders Bob Moog stammt aus den 1960er Jahren und gilt als das erste ernst zu nehmende elektronische Gerät zum Erzeugen synthetischer Klänge. (dpa / Maximilian Schönherr)
Musikstudio mit Moog-Synthesizer (dpa / Maximilian Schönherr)

Nicolas Jaar gilt als einer der experimentierfreudigsten Produzenten und DJs. Gerade präsentiert der 26-Jährige sein zweites Album "Sirens" auf einer Tournee. In Köln gab er das erste Deutschlandkonzert.

2011 veröffentlichte der in New York lebende DJ und Produzent Nicolas Jaar sein Debütalbum "Space is Only Noise" und beeindruckte Kritiker und Fans. Jetzt ist das zweite Album "Sirens" erschienen, das Jaar am Montagabend bei einem Konzert im Kölner E-Werk präsentierte.

"Er war auch schon mal mit Musikern, mit Instrumenten auf Tour, aber diesmal hat er sich wirklich als das, was er ist, der Produzent, alleine auf die Bühne gestellt, aber auch direkt zu Beginn gezeigt, das reicht auch aus, um das Publikum komplett plattzumachen", sagt die Musikjournalistin Ina Plodroch, die das Konzert für Deutschlandradio Kultur besucht hat.

"Das Konzert begann wie der Titel seines Albums 'Sirens', also so etwas wie eine Sirene, total laut, fiepsig klang da durch diese große Halle, und dann wurde es immer lauter, brachialer."

Akustischer Angriff aufs Publikum

"Extrem laut und schrill", so Plodroch, "fast wie ein Angriff auf das Publikum". Dennoch wolle man weiter zuhören. Jaar habe den Mut und den Willen, sich nicht an Konventionen zu halten. So sei erst nach 20 Minuten der Ansatz eines Beats zu hören gewesen, der irgendwie tanzbar gewesen sei. Auch mischt Jaar viele Musikstile:

"Da ist dann Techno bei, Jazz, Ambient, Bossa Nova oder Doo-Wop, das klingt aber nicht eklektisch, sondern er hat das immer - man hat das ja am Anfang gehört - es ist immer wie durch so einen Filter, wie durch eine Erinnerungsblase, die er da hat. Und dafür ist er eben auch total hochgelobt und gilt als einer der anspruchsvollsten elektronischen Musiker."

Nicht zuletzt ist er auch ein politischer Künstler. Beispielsweise nimmt das neue Album Bezug auf die Flüchtlingssituation im vergangenen Jahr, so Plodroch. "And Angela said to open the door, also, da hat es Merkel wirklich in einen Song von Nicolas Jaar geschafft."

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