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Tonart | Beitrag vom 03.09.2021

Neues Iron-Maiden-Album "Senjutsu""Ganz schön, aber ein bisschen lang"

Fabian Elsäßer im Gespräch mit Martin Böttcher

Frontmann Bruce Dickinson bei einem Konzert unter einem Flugzeugmodell aus dem Zweiten Weltkrieg. (picture alliance / Gonzales Photo / Lasse Lagoni )
Bruce Dickinson und die Heavy Metal Band "Iron Maiden" bei einem Konzert unter einem Flugzeugmodell aus dem Zweiten Weltkrieg. (picture alliance / Gonzales Photo / Lasse Lagoni )

Nach sechs Jahren hat die britische Heavy-Metal-Band Iron Maiden ihr neues Album "Senjutsu" veröffentlicht. Das Album sei sehr lang und mache Fans bestimmt glücklich, ihm fehle daran dennoch etwas, sagt Kritiker Fabian Elsäßer.

Unter Fan wird gerätselt, was "Senjutsu" bedeutet, erzählt der Journalist Fabian Elsäßer. Der Titel des neuen Iron-Maiden-Albums beschäftigt die einschlägigen Internetforen. Im Japanischen bedeute es so viel wie Kriegskunst, Feldherrenkunst aber auch Zauberkunst oder die Kunst des ewigen Lebens, das habe er in den Foren erfahren, berichtet Elsäßer.

Es geht oft um Krieg

Wie bei vielen Heavy-Metal-Bands geht es bei Iron Maiden oft um geschichtliche Themen und dabei oft um Krieg. In dem Song "Aces High" von 1984 etwa wird die Luftschlacht um England im Zweiten Weltkrieg thematisiert. Bei Livekonzerten wird vor diesem Song Churchills berühmte Durchhalterede an das englische Volk gespielt.

Auf dem neuen Album taucht Churchill indirekt auf. Im Song "Darkest Hour" werden martialische Worte über Schlachten am Strand und fließendes Blut zitiert, die Elsäßer ebenfalls Churchill zuschreibt. Wie so oft in der Bandgeschichte gehe es um Krieg, Krieger, geschlagene Helden, das sei Bandtradition, so Elsäßer.

Leidenschaftliche Hobbyhistoriker

Auch wenn Frontmann Bruce Dickinson Brexit-Befürworter und patriotischer Engländer sei, ist "Senjutsu" kein nationalistisches oder gar kriegsverherrlichendes Album, sagt Elsäßer. Dickinson und Bassist Steve Harris seien leidenschaftliche Leser und Hobbyhistoriker. Außerdem sei für den Brexit zu sein, sei kein Verbrechen. "Lemmy von Motörhead war auch kein Nazi, obwohl er Nazi-Kram gesammelt hat."

Auch wenn das aktuelle Album mit 80 Minuten kürzer als das Vorgängeralbum "The Book of Souls" ist, sei es sehr lang geworden. Einige Songs auf "Senjutsu" sind acht oder zwölf Minuten lang, in den Songs passiere auch einiges und das Album sei auch sehr schön produziert, aber insgesamt sei ihm hier und da einfach eine Strophe zu viel, meint Elsäßer.

Nicht das letzte Album

Und auch wenn alle Bandmitglieder mittlerweile über 65 Jahre alt sind, glaubt Elsäßer nicht, dass dies das letzte Iron-Maiden-Album war. Sie seien auch als Tourband viel zu erfolgreich, meint er, und solange sie es körperlich schaffen, werden sie sicher weitermachen.

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"Senjutsu" sei alles in allem, "ein ganz schönes Iron-Maiden-Album, es wird Fans auch glücklich machen, aber ich würde mir für das nächste Album eine deutlich abgespeckte Version der Band wünschen und dass sie als Rock-Rentner auch mal wieder richtige Riffs machen, wie in den 80er-Jahren", urteilt Elsäßer.

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