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Zeitfragen | Beitrag vom 15.04.2021

Neuer Wettlauf ins AllFernziel Mond

Von Dirk Lorenzen

Die undatierte Apollo 11-Aufnahme zeigt die von Kratern übersäte Mondoberfläche, die allesamt durch die Einschläge von kleinen Körpern im Sonnensystem herrühren. Kein Hinweis auf Wasser: Der Mond sieht staubtrocken aus. Aber in manchen Kratern lagert Wassereis. (picture alliance / dpa / Nasa)
Der Mond: Symbolträchtiger Erdtrabant und erneut Ziel der Raumfahrernationen. (picture alliance / dpa / Nasa)

Der Wettstreit um die Vorherrschaft im All prägte die 50er- und 60er-Jahre. Nach Jahren der Zurückhaltung könnte ein neuer Wettstreit drohen: NASA und ESA planen eine Mondlandefähre. China und Russland haben eigene Pläne.

Der Mond ist ein im Wortsinne nahe liegendes Ziel – zumindest im kosmischen Maßstab. Die knapp 400.000 Kilometer Entfernung sind im Kosmos nur ein Katzensprung. Und doch erscheinen sie unüberbrückbar.

Die Apollo-Flüge von einst waren ein Strohfeuer: Es ging nicht um Wissenschaft, sondern nur um Prestige im Kalten Krieg. Nachdem der Wettlauf gewonnen war, geriet der Mond beinahe in Vergessenheit. Die Rückkehr zum Trabanten der Erde soll jetzt ganz anders ablaufen: Es gehe darum, dass der Mensch dauerhaft auf dem Mond und in seiner Umgebung präsent sei, erklärte der bisherige NASA-Chef Jim Bridenstine.

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Für die bemannte Artemis-Mondmission brauche man einen Modulkomplex, der in der Mondumlaufbahn stationiert sei: das Gateway. Mit dem Regierungswechsel in den USA hat zwar auch der NASA-Chef sein Amt verloren. Doch der designierte Nachfolger Bill Nelson wird das Mondprogramm nicht grundsätzlich ändern. Gegen Ende dieses Jahrzehnts könnten die ersten Gateway-Module den Mond wie eine Mini-Raumstation umkreisen.

Eine Forschungsstation auf dem Mond

Gleichzeitig haben China und Russland gemeinsam beschlossen, eine internationale Forschungsstation auf dem Mond zu bauen. Das verkündete das chinesische Staatsfernsehen vor wenigen Wochen. Russland, seit mehr als zwei Jahrzehnten ein extrem zuverlässiger Partner auf der Internationalen Raumstation, wendet sich von NASA und ESA ab. Am Gateway hätte es sich zwar beteiligen dürfen, aber nicht mehr als ein gleichberechtigter Partner wie auf der ISS.

Die Raumfahrt ist wieder einmal gespalten. Sollte der Wettstreit sehr politisch werden, sind womöglich plötzlich ungeahnte Summen verfügbar – wie einst im Kalten Krieg. Womöglich aber werden die Mondpläne für die Konkurrenten allein zu teuer. Dann könnte es am Ende zwei ambitionierte Mondprogramme geben, die beide scheitern.

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