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Interview / Archiv | Beitrag vom 06.01.2020

Neuer UBA-Chef Dirk Messner"Wissenschaft hat die Aufgabe zu drängeln"

Dirk Messner im Gespräch mit Dieter Kassel

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Der neue Präsident des Umweltbundesamtes Dirk Messner  (Alina Novopashina / dpa)
Der "Neue" an der Spitze des Umweltbundesamtes: Dirk Messner (Alina Novopashina / dpa)

Das Umweltbundesamt (UBA) hat einen neuen Chef: Die Behörde wird ab jetzt von dem Politikwissenschaftler Dirk Messner geleitet. Der will das Thema Klimaschutz auf der politischen Agenda weiter voranbringen - und ist optimistisch, dass das klappen kann.

Wenn es um Expertise in Umweltfragen geht, ist das Umweltbundesamt (UBA) Deutschlands erste Adresse. Die Behörde, die zum Bundesministerium für Umwelt gehört, liefert der Politik wissenschaftliche Erkenntnisse und Empfehlungen als Grundlage für die Gesetzgebung - woran sich die Entscheidungsträger allerdings nicht immer hielten. Der neue Chef des UBA, der Politikwissenschaftler Dirk Messner, ist allerdings zuversichtlich, dass sich das in der Zukunft ändern wird.

Umweltfragen sind keine "Gedöns-Themen" mehr

Alle Fragen, mit denen sich das Umweltbundesamt beschäftige - etwa wie Umwelt und Wirtschaft zusammen gebracht werden könnten und wie sich Wohlstand in den Grenzen des Erdsystems erreichen lasse - stünden inzwischen ganz oben auf der politischen Agenda, so Messner. "Es gibt große Chancen, dass dieses Thema jetzt endlich mit Verve voran gebracht wird - und deswegen gucke ich mit sehr viel Optimismus in die Zukunft." Die Energiepolitik, die Mobilitätspolitik, der Umbau der Landwirtschaft oder aber das Artensterben seien keine "Gedöns-Themen" mehr, sondern im Zentrum der politischen Auseinandersetzung.

Wissenschaft als Frühwarnsystem

Sicherlich gebe es ein "gewisses Spannungsverhältnis zwischen Politik und Wissenschaft", so Messner mit Blick auf Umsetzung. "Wir machen Druck auf die Politik und wollen, dass sich endlich Dinge verändern und die Politik ist oft nicht so schnell wie wir es uns wünschen und wie wir es auch brauchen, damit wir die Probleme wirklich lösen können." Die Richtung, in die Deutschland und Europa gehe sei bereits gut, nun gehe es darum die richtige Geschwindigkeit zu finden. "Die Wissenschaft hat hier die Aufgabe zu drängeln, Frühwarnsystem zu sein, Lösungsvorschläge auf den Tisch zu bringen" und den Prozess so voran zu bringen.

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