Neue Klänge aus Polen

Philharmonie Breslau © Philharmonie Breslau
21.06.2010
Breslau ist eine der dynamischsten Städte Polens. Und es ist landesweit bekannt für seine offene und neugierige Atmosphäre - beste Voraussetzungen für eine lebendige junge Musikszene und ein spannendes Festival mit Neuer Musik. Seit 1962 gibt es Musica Polonica Nova, das inzwischen zu den wichtigsten Musikfestivals in Polen gehört.
Es findet an mehreren Orten Breslaus statt, in der Philharmonie, in der Oper und in den beiden berühmten Sälen der Universität Leopoldina, aber auch in Galerien und kleinen anderen alternativen Orten. Die bedeutendsten Musiker und Ensembles Polens gastieren in der Oderstadt. Anders als beim legendären Warschauer Herbst gibt es in Breslau allerdings nur polnische Musik der Gegenwart und der letzten Jahrzehnte. Zumeist einheimische Komponisten gehören zu den Organisatoren des Festivals, die auch landesweit inzwischen eine wichtige Rolle spielen. Die "Breslauer Schule" genießt im ganzen Land und in Europa hohes Ansehen.

Dieses Jahr allerdings war Andrzej Chłopecki Kurator der Festwoche. Er ist der "Mister New Music" Polens, Wissenschaftler in Kattowitz, Radiomoderator in Warschau und als Juror in diversen polnischen und europäischen Gremien zuständig für die Karrieren jüngster und jüngerer Komponistinnen und Komponisten. Für das diesjährige Festival hat er eine bunte Mischung neuester und älterer Avantgarde-Musik zusammengestellt. Dabei gab es gleich mehrere Uraufführungen von Musikstücken, die zu Zeiten der sozialistischen Volksrepublik nicht gespielt werden konnten, zum Beispiel von Andrzej Krzanowskis radikal expressiver Suite "Audycja" von 1978. Heute Abend gibt es Ausschnitte aus diesem Werk neben weiteren Klassikern der Avantgarde und ganz neuen Stücken.

Es spielen der renommierte Geiger Piotr Pławner und das "Orchester für Neue Musik" aus Kattowitz. Festivalleiter Andrzej Chłopecki gibt Auskunft zu den Werken und seinem Programm.



Festival Musica Polonica Nova
Philharmonie Wrocław
Aufnahmen vom 13. und 15.5.10


Witold Lutosławski
"Partita" für Violine und Klavier

Wiesław Cienciała
"Amherst Music" für Stimme und Ensemble

Paweł Hendrich
"Liolit" für Kammerorchester (Uraufführung)

Andrzej Krzanowski
Suite aus "Audycja" (Uraufführung)


Piotr Pławner, Violine
Eugeniusz Knapik, Klavier
Anna Rattenbury, Rezitation
Anna Patrys, Sopran
Cantus Floridus
Orkiestra Muzyki Nowej
Leitung: Szymon Bywalec