Neue Ermittlungen im Mordfall Pasolini

Wer tötete den italienischen Filmemacher Pier Paolo Pasolini? Über 50 Jahre nach seinem gewaltsamen Tod hat die Staatsanwaltschaft in Rom neue Ermittlungen eingeleitet. Grund sind wohl neue Hinweise zu dem bis heute ungeklärten Verbrechen. Der Mord zählt zu den rätselhaftesten Kriminalfällen Italiens. Die schwer misshandelte Leiche des damals 53-jährigen und vielfach preisgekrönten Regisseurs war im November 1975 im Küstenort Ostia in der Nähe von Rom gefunden worden. Zunächst wurde der damals 17-jährige Sexarbeiter Giuseppe Pelosi wegen der Tat verurteilt. Schon damals wurde jedoch vermutet, dass Pasolini Opfer eines Komplotts gewesen sein könnte und es Mittäter gab. 2005 widerrief Pelosi seine frühere Darstellung, alleiniger Täter gewesen zu sein, und behauptete, drei sizilianisch sprechende Männer hätten Pasolini getötet. 2017 starb Pelosi an einer Krebserkrankung. Pier Paolo Pasolini machte nicht nur Filme wie "Große Vögel, kleine Vögel" oder "Die 120 Tage von Sodom", sondern schrieb auch und war einer der unbequemsten Intellektuellen Italiens.