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Konzert / Archiv | Beitrag vom 28.03.2016

Neubrandenburger Philharmonie mit Sivelöv und TewinkelDie Eigenheiten des Nordens

Aufzeichnung aus der Konzertkirche

Der Pianist Niklas Sivelöv (Lars Strandberg/Website Sivelöv)
Der Pianist Niklas Sivelöv (Lars Strandberg/Website Sivelöv)

Musik aus Schweden und Finnland stand auf dem Programm dieses Konzerts in Neubrandenburg. Niklas Sivelöv spielte in der Konzertkirche Wilhelm Stenhammars zweites Klavierkonzert. Sebastian Tewinkel dirigierte außerdem Werke von Jean Sibelius, die erste Sinfonie und zu Beginn Valse Triste.

Sebastian Tewinkel ist neuer Generalmusikdirektor und Chefdirigent der Philharmonie Neubrandenburg. Er ist Echo-Klassik-Preisträger und Professor für Orchesterleitung in Trossingen. Im 7. Abo-Konzert in Neubrandenburg setzte er skandinavische Akzente.

Die beiden Komponisten Jean Sibelius und Wilhelm Stenhammar waren Zeitgenossen – während viele ihrer Kollegen zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf Umbruch setzten, hielten sie an einem Ideal fest, das spätromantisch zu sein schien. Doch beide haben die tonalen Zirkel geweitet, haben nordische Sujets und folkloristische Elemente eingebracht. Damit fanden sie zu jeweils einem eigenen Stil.

Neben "Finlandia" ist "Valse triste" die berühmteste Orchesterkomposition von Jean Sibelius. Das Stück entstammt der Bühnenmusik zu Arvid Järnefelts Drama "Kuolema" ("Der Tod"). Paavali, der Protagonist der Geschichte, glaubt nicht an den Tod. Doch wird er auf dramatische Weise eines Besseren belehrt. Nacheinander sterben seine Frau, seine Kinder und schließlich auch seine Mutter. Die "Valse triste" beschreibt die Sterbeszene der Mutter, die auf einem Ball zu tanzen beginnt. Erst spät erkennt sie, dass sich sich auf ein Tänzchen mit dem Sensenmann eingelassen hat.
Wilhelm Stenhammar hatte in seiner Geburtsstadt Stockholm Klavier, Orgel und Komposition studiert. Seine pianistische Ausbildung schloss er in Berlin erfolgreich ab. Ehe er als Dirigent von sich reden machte – er leitete u. a. 15 Jahre lang das Göteborger Sinfonieorchester – war Stenhammar international als Konzertpianist tätig. Bei der Uraufführung seines 2. Klavierkonzertes 1908 in Göteborg hatte er bereits die Seiten gewechselt – den Solopart interpretierte Zelmica Asplund, während Stenhammar am Dirigentenpult stand. An dem temperamentvollen Werk hatte er übrigens in Florenz, unter südlicher Sonne, gefeilt… Der schwedische Pianist Niklas Sivelöv hat dieses Werk mit dem Sinfonieorchester Malmö unter Mario Venzago für CD eingespielt und nun auch an diesem Abend mit den Neubrandenburger Philharmonikern aufgeführt.

Nachdem Jean Sibelius, inspiriert vom finnischen Nationalepos "Kullervo", eine Chorsinfonie sowie diverse Tondichtungen geschrieben hatte, nahm er die Arbeit an seiner Ersten Sinfonie auf. Trotz ihrer Verwurzelung in der romantischen Tradition lässt das Werk schon einige origienelle Eigenheiten seiner Schreibweise erkennen.

(überwiegend nach einem Pressetext des Theaters Neubrandenburg)

Konzertkirche Neubrandenburg

Aufzeichnung vom 3. März 2016

Jean Sibelius

Valse triste op. 44 Nr. 1 für Orchester

Wilhelm Stenhammar

Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 d-Moll op. 23

Jean Sibelius

Sinfonie Nr. 1 e-Moll op. 39

Niklas Sivelöv, Klavier

Neubrandenburger Philharmonie

Leitung: Sebastian Tewinkel

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