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Frühkritik | Beitrag vom 24.06.2021

Neu im Kino: "No Sudden Move"Müde Gangster unter Druck

Von Anke Leweke

Die Schauspieler Don Cheadle und Benicio del Toro in "No sudden move", dem neuen Werk von Steven Soderbergh. (picture alliance / dpa / AP / Claudette Barius)
Immer neue Wendungen: Don Cheadle und Benicio del Toro in "No sudden move", dem neuen Werk von Steven Soderbergh. (picture alliance / dpa / AP / Claudette Barius)

Der neue Film von Steven Soderbergh, elegant und lässig erzählt, spielt im Detroit der 1950er-Jahre. Zwei Kriminelle - der eine schwarz, der andere weiß - wollen eigentlich nicht zusammenarbeiten, doch um zu überleben, müssen sie zusammenhalten.

Um was geht es?

Curt Goynes (Don Cheadle), der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde, will eigentlich nach Kansas City. Doch seine Vergangenheit holt ihn ein, einmal mehr soll er einen Job für das afroamerikanische Gangstersyndikat in Detroit erledigen. Es handelt sich um einen so genannten Babysitter-Job: Curt und zwei weitere Kleinkriminelle sollen Druck auf die Familie eines Mannes ausüben, während dieser aus dem Safe seines Chefs Ordner entwenden soll. Doch nicht nur das Syndikat interessiert sich für diese Dokumente, die Situation gerät außer Kontrolle.

Was ist das Besondere?

Regisseur Soderbergh liebt Thriller und Krimis und gewinnt dem Genre immer neue Facetten ab. Mit "Out of Sight" präsentierte er eine frivole Kriminalkomödie, mit "Traffic – Die Macht des Kartells" wiederum einen Polit-Thriller, der die US-amerikanische Drogenpolitik kritisch ins Visier nahm. So visuell unterschiedlich seine Filme auch sein mögen – sie sind immer elegant, lässig erzählt, wie aus der Hüfte geschossen.

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So auch sein neuer Film "No Sudden Move", der im Detroit der 1950er-Jahre spielt. Seltsam unwirtlich wirkt die Industriestadt, selten sieht man Passanten auf den kaum befahrenen Straßen. Die Innenräume sind eher dunkel, als gäbe es etwas zu verbergen.

Der Afroamerikaner Curt will mit dem Weißen Ronald Russo (Benicio del Toro) eigentlich nicht zusammenarbeiten, doch um zu überleben, müssen sie zusammenhalten. Sowohl Curt als auch Ronald sind ihres Jobs müde, ohne dass dies auserzählt werden müsste. Ihren mitgenommenen Gesichtern sieht man an, dass sie schon einiges erlebt haben. Doch nun geraten die beiden in eine Lage, die sie aus der Reserve locken wird.

Fazit

Wann immer man denkt, dass der Film sich allzu sehr in seiner eleganten Optik eingerichtet hat, sorgt das Drehbuch für neue Wendungen - und das mit politischem Kontext. Rassismus gehört auch in der Gangsterwelt zur Tagesordnung. Und der Schauplatz des Films, die Industriestadt Detroit, ist mehr als nur Kulisse. Auch die Autokonzerne sind in kriminelle Machenschaften verwickelt.

"No Sudden Move"
Regie: Steven Soderbergh
USA 2021, 116 Minuten
Mit: Don Cheadle, Benicio del Toro, Brendan Fraser

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