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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 14.05.2014

Neu im KinoMissglückter Versuch eines Thrillers

Der Film "Stereo" von Maximilian Erlenwein

Von Hannelore Heider

Die Schauspieler Moritz Bleibtreu (r), Jürgen Vogel (l) und der Regisseur Maximilian Erlenwein (M) posieren am 19.07.2013 während Dreharbeiten des Films «Stereo» in Halle. (dpa / Stefan Erhard)
Stereo: Moritz Bleibtreu, Maximilian Erlenwein und Jürgen Vogel bei den Dreharbeiten. (dpa / Stefan Erhard)

Ein Geist dringt in das Leben des Motorradfreaks Erik ein. Dieser wehrt sich zwar nach allen Kräften, kann dem Gespenst aber nicht entrinnen und dann entgleitet alles nach und nach. Klingt verwirrend? Ist dieser Versuch eines Hollywood-Genrefilms auch.

Er spricht und sieht aus wie Moritz Bleibtreu und nicht nur Erik - Jürgen Vogel - weiß nicht, ob er real ist oder nicht, auch wir Zuschauer rätseln um diesen Henry, der wie ein Geist in Eriks ländliche Idylle mit Motorradwerkstatt, Freundin und Kind einbricht und beginnt, ihn zu quälen. Und wer ist überhaupt dieser Erik? Allein, dass er von Jürgen Vogel gespielt wird, bedeutet, dass hinter seiner arglosen Fassade mehr steckt. Wenn man ihn so sieht mit kultiger Lederjacke auf einem viel zu schnellen Motorrad ahnt man, dass hier einiges passieren wird. Und dann der Filmtitel! "Stereo" weist darauf hin, das die beiden viel gemein haben oder hatten, dass vielleicht der eine die Welt des anderen verlassen hat und nun von ihm heimgesucht wird.

Vieles spricht dafür, dass es sich hier um eine Gangstergeschichte handelt, die aber weder realistisch noch als reiner Psychothriller erzählt wird.

Beeindruckende Bilder - man nimmt sie nur nicht ernst

Erik ist bald auf der Suche nach der Wahrheit, er taucht in düstere Kellergewölbe ab, nimmt peu à peu den Slang und Körpersprache des Milieus an, bedient sich einer Geisterheilerin und wird von bösen "guten alten Bekannten" erpresst. Was ist Realität, was Fiction? Der Film spielt mit den Versatzstücken eines Mysterythrillers und findet beeindruckende Bilder dafür, nur nimmt man das Spiel keinen Augenblick ernst. Kein Grusel, im Gegenteil, man wartet selbst noch beim arg gewalttätigen Showdown darauf, dass die beiden Kumpel Vogel und Bleibtreu in Lachen ausbrechen. Die Absicht ist schnell durchschaut: Hier will uns einer beweisen, dass er es auch kann, das Genrekino, das aus Hollywood doch immer so gut funktioniert. Ein packendes Kinoerlebnis wird daraus nicht.

 

"Stereo"
Deutschland 2014; Regie: Maximilian Erlenwein
Darsteller: Jürgen Vogel, Moritz Bleibtreu, Petra Schmidt-Schaller, Georg Friedrich, Rainer Bock
94 Minuten, ab 16 Jahren

Mehr zum Thema:

11.05.2014 | KULTUR HEUTE

www.stereo-derfilm.de

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