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Frühkritik | Beitrag vom 23.06.2016

Neu im Kino: "Kill Billy"Wenn der Ikea-Chef sich gern entführen lässt

Von Hans-Ulrich Pönack

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Szene aus "Kill Billy": Die Entführung von Ikea-Chef Ingvar Kamprad (Bjørn Granath) misslingt Harold (Bjørn Sundquist) (NFP distribution)
Kill Billy: Weil Ikea ihm die Existenzgrundlage raubt, will Harald den Firmengründer entführen. (NFP distribution)

Harold und Marny betreiben in der norwegischen Provinz einen Möbelladen – bis Ikea sich breit macht und sie schließen müssen. Als dann auch noch Marny stirbt, sinnt Harold auf Rache: Er will Firmen-Gründer Ingvar Kamprad entführen. Schräge Komödie aus Norwegen.

Seit Jahrzehnten betreibt das Ehepaar Harold und Marny in der norwegischen Provinz einen Möbelladen. Seit sich aber IKEA nebenan breit gemacht hat, ist alles anders - und schließlich vorbei.

Als die demente Marny stirbt, sinnt Harold auf Rache. Er macht sich auf den Weg, es "den Schweden" heimzuzahlen - in Gestalt von Ingvar Kamprad, dem Gründer und Besitzer von IKEA.

Bei seinem verlotterten Sohn in Oslo besorgt sich Harold eine Waffe, bevor es ans naive Werk geht. Eher zufällig im Schlepptau eine 16-Jährige, die über ihr Zusammenleben mit ihrer alkoholkranken wie männertollen Mutter auch nicht gerade erfreut ist.

Welch weiterer Zufall: Bei einer Autopanne treffen sie auf Kamprad. Doch was macht man mit ihm, der diese "Entführung" als höchst willkommene Abwechslung sieht? Nach dem Motto: "So spannend war es schon lange nicht mehr". Den schäbigen Wohnwagen zum Beispiel, in den ihn Harold verfrachtet, bestaunt er als "Compact Living".

Das Eis ist dünn, also brechen sie gemeinsam schon mal ein. Symbolisch für einen Film, der nicht Schaum schlagen will, sondern zwischen schwarzem Humor und schrägen Gedanken linkisch-witziges Gesellschaftspersonal auf die Erkundungsreise nach verlotterten Lebensmethoden schickt.

"Kill Billy"
Norwegen 2014, Buch & Regie: Gunnar Vikene
Mit: Björn Sundquist, Björn Granath, Fanny Ketter u.a.
Länge: 88 Minuten
FSK ab 6

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