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Frühkritik | Beitrag vom 27.10.2016

Neu im Kino: "Doctor Strange"Die Einsiedlerin und der Top-Chirurg

Von Hannelore Heider

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Die Schauspieler Tilda Swinton (l) und Benedict Cumberbatch lassen sich anlässlich des Kinofilms "Doctor Strange" am 26.10.2016 in Berlin fotografieren. Foto: Jörg Carstensen/dpa (picture alliance / dpa / Jörg Carstensen)
Tilda Swinton (tibetische Einsiederlin "The Ancient One") und Benedict Cumberbatch (Dr. Stephan Strange) beim Fototermin in Berlin. (picture alliance / dpa / Jörg Carstensen)

Der arrogante Chirurg Dr. Stephen Strange kann auf dem OP-Tisch jeden retten. Doch nach einem Autounfall ist es vorbei mit seinen magischen Händen. Ausgerechnet bei einer Frau findet er Hilfe. "Doctor Strange" überzeugt vor allem wegen der Starbesetzung mit Benedict Cumberbatch, Tilda Swinton und Mads Mikkelsen.

Als Marvel-Comicfigur verfügt "Doctor Strange" über mystische Kräfte, die ihn in verschiedene Dimensionen der Welt, weit ab von der Realität des Lebens auf der Erde bringen können. Diese Kräfte zeichneten ihn schon in einem Comic von 1963 aus. Die Verfilmung jetzt erzählt, wie er diese Magie erwarb.

"Doctor Strange" (Benedict Cumberbatch) tritt uns am Anfang des Filmes als überaus normaler Mensch mit einer allerdings seltenen Begabung entgegen. Er ist ein erfolgreicher Neurochirurg und die begnadeten Hände dieses Dr. Stephen Strange können einfach alles im OP-Saal.

Deshalb bewundert ihn nicht nur seine schöne junge Kollegin Christine (Rachel McAdams), sie hat sich trotz seiner Arroganz und Gefühlskälte in ihn verliebt. Aber das Schicksal will es anders. Nach einem Autounfall und endlosen Behandlungen kann er sich auf seine Hände nicht mehr verlassen. Er zieht auf der Suche nach alternativen Heilungsformen nach Tibet an einen geheimen Ort in Kaltkutta. Dort herrscht eine Frau (Tilda Swinton) über eine magische Bibliothek und die Kunst, sich und ihre Schüler in andere, vor oder hinter uns liegende Dimensionen zu bringen. Zeit und Raum spielen keine Rolle mehr und wer dieses Spiel beherrscht, kann es auch einsetzen gegen die böse Macht abtrünniger Brüder (Mads Mikkelsen).

Beeindruckende Computertechnik

Der selbstgefällige Dr. Strange unterwirft sich letztlich dem Diktat dieser Frau, was nicht ohne Ironie und Selbstironie erzählt wird. Überhaupt erfüllt Benedict Cumberbatch mit dieser über lange Strecken sehr menschlichen Rolle in verschiedenen Gemütszuständen die in ihn gesetzten Erwartungen. Er macht aus einem nicht sonderlich ausgefallenen Marvel-Werk etwas Besonderes. Gleiches gilt natürlich auch für Tilda Swinton, die ihre einzigartige Stellung als wandelbare Künstlerin hier wieder eindrucksvoll bestätigt.

Mag dann auch im zweiten Teil des Filmes die Computertechnik beeindrucken, die die Helden in immer andere, visuell aufwändig gestaltete Dimensionen und an drei attraktive Orte dieser Welt führt, es ist doch immer dieselbe Geschichte des Kampfes gegen Gut und Böse. Diese Mavel-Verfilmung wird möglicherweise als die fantastischste in die Geschichte eingehen, wiewohl ihr diese Qualität mit dem digitalen Fortschritt auch in kurzer Zeit abhanden kommen kann. Was aber bleibt, ist die Exzellenz einer solchen Besetzung. Sie allein macht den Kinospaß eben auch für Nichtfans der Comics attraktiv.

"Doctor Strange" (USA 2016)
Regie: Scott Derrickson, 130 Minuten, FSK ab 12
Darsteller: Benedict Cumberbatch, Tilda Swinton, Chiwetel Ejiovor, Rachel McAdams, Mads Mikkelsen

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