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Interview / Archiv | Beitrag vom 04.05.2018

Netzaktivistin Nana KarlstetterIst das Internet noch zu retten?

Moderation: Liane von Billerbeck und Hans-Joachim Wiese

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Mann mit Kapuzenpullover sitzt im Schatten eines Tunnels an einem Laptop (imago / Jochen Tack)
Sicheres Surfen im Internet: Die Genossenschaft Pep Coop hat sich einiges vorgenommen. (imago / Jochen Tack)

Der Überwachung, dem illegalen Datenhandel und dem Missbrauch dieser Daten Einhalt gebieten: Das fordert die Netzaktivistin Nana Karlstetter. Die von ihr mitgegründete Genossenschaft Pep Coop will ihren Mitgliedern einen überwachungsfreien Zugang zum Internet bieten.

Die Initiative Pep Coop hat auf der diesjährigen Internet-Konferenz re:publica in Berlin für das Geschäftsmodell eines unabhängigen und verantwortlichen Umgangs mit Daten geworben. Mit Unterstützung einiger Prominenter, darunter die Schriftstellerinnen Sibylle Berg, Juli Zeh und der Autor Marc Uwe Kling, hat die Initiative nun eine Genossenschaft gegründet.

Eine Fabrik für Produkte und Lösungen der Datensicherheit, wie die geschäftsführende Direktorin der Genossenschaft, Nana Karlstetter, im Deutschlandfunk Kultur ankündigte: "Wenn man sich vorstellt, das Internet ist so etwas wie eine Straße, dann besteht die Kaputtheit darin, dass sich in dieser Straße sehr viele Löcher befinden, wo Greifarme herausragen, die aus dem Auto entweder das Benzin absaugen, oder Teile abbauen, ohne dass man es merkt."

Man könne zwar noch weiter das Internet benutzen, doch könnten bei dieser Nutzung Fremde ganz einfach Daten abschöpfen, ohne dass man als Laie etwas dagegen tun könne. Die Initiative wolle hier nun wieder für Sicherheitslösungen sorgen.

Einig in der Motivation für mehr Datensicherheit

Wichtig sei etwa der Impuls, nicht auf nationale oder internationale Regelungen zu warten, sondern die Dinge selber anzupacken, "in die eigene Hand zu nehmen", so Nana Karlstetter. Die Gründung sei auch ein Signal für eine Demokratisierung des Netzes hin zu einer "guten und integren Verschlüsselungstechnologie". Dies müsse auf diesem Wege passieren, ganz einfach weil Staaten und Regierungen nicht grundsätzlich gegen eine Monetarisierung des Netzes vorgingen, betont Karlstetter.

Und auch wenn dieser Start mit der Gründung einer Genossenschaft zunächst als zu klein erscheine, um Probleme des Netzes lösen zu können, meint Atkivistin Nana Karlstetter, könne man trotzdem auch zum Ziel kommen: Denn die Mitstreiter von Pep Coop eine die Motivation, sich etwa für Verschlüsselungstechnologien und Datensicherheit einzusetzen.

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