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Kompressor | Beitrag vom 15.11.2019

Netz-IkonenWenn Protestbilder viral gehen

Kathrin Fahlenbrach im Gespräch mit Gesa Ufer

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Die Aktivistin Leshia Evans stellt sich im Juli 2016 der Polizei entgegen. In Baton Rouge, im US-Bundesstaat Louisiana, war es zu heftigen Protesten gegen Polizeigewalt gegen Afroamerikaner gekommen. (World Press Photo/AP Photo/Jonathan Bachmann/Thomson Reuters)
Die Aktivistin Leshia Evans stellt sich im Juli 2016 der Polizei entgegen. In Baton Rouge, im US-Bundesstaat Louisiana, war es zu heftigen Protesten gegen Polizeigewalt gegen Afroamerikaner gekommen. (World Press Photo/AP Photo/Jonathan Bachmann/Thomson Reuters)

Bilder spielen für Protestbewegungen eine zentrale Rolle. Über sie können Botschaften transportiert werden und besonders ikonische Fotos können mehr Aufmerksamkeit für ein Thema wecken. Wie hat sich diese Dynamik im Netz-Zeitalter verändert?

Der mediale Kampf um Aufmerksamkeit trifft auch Protestbewegungen: In den sozialen Medien konkurrieren sie mit anderen Botschaften um Verbreitung. Besonders wichtig dabei: ikonografische Bilder, die bestimmte Momente und Anliegen emotional verdichten. Wie hat sich die Produktion und Verbreitung solcher Bilder mit den sozialen Medien verändert? Welche Mechanismen wirken heute anders als noch vor 20 Jahren? Und wie erstrebenswert ist ein solcher Konkurrenzkampf der Bilder für Bewegungen überhaupt?

Das fragen wir Kathrin Fahlenbrach, Direktorin am Institut für Medien und Kommunikation in Hamburg. Sie spricht bei der Tagung an der Technischen Universität Berlin "Hashtags - Tweets - Protests: Social Movement in the Digital Age" (Soziale Bewegungen im Digitalen Zeitalter) über Netzikonen im Online-Aktivismus.

Bilder, die ins kollektive Gedächtnis eingehen

"Bilder sind wichtig für Protestbewegungen, weil sie die meist nur schwer greifbaren Konflikte, Krisen und Themen, aber auch Ziele von Protestbewegungen sinnlich fassbar machen", sagt Fahlenbach. Ein Beispiel seien die Bilder der 68er-Bewegung oder der "Tank-Man", der sich 1989 dem anrollenden Panzer auf dem Tian'anmen-Platz entgegengestellt hat. "Das waren Bilder, die ins kollektive Gedächtnis eingegangen sind und die ein öffentliches Bewusstsein geschaffen haben für politische und soziale Probleme."

Damals wie heute sind es professionelle Pressefotos, nur die Verbreitungswege haben sich durch soziale Medien verändert. User verbreiten diese Bilder heute auch, indem sie sie bearbeiteten, etwa zu Collagen.

(leg)

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