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Kompressor | Beitrag vom 18.07.2018

Netflix-Serie "She-Ra" rebootedDie Prinzessin der Macht wird "zeitgemäß"

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She-Ra - Prinzessin der Macht, Szenenfoto der US-Fernsehserie aus dem Jahr 1985 (imago/United Archives)
She-Ra - Prinzessin der Macht, Szenenfoto der US-Fernsehserie aus dem Jahr 1985 (imago/United Archives)

Netflix rebootet die Eighties-Serie "She-Ra - Prinzessin der Macht" und hat dabei auch die Titelfigur einem gründlichen Relaunch unterzogen. Die kommt jetzt plötzlich androgyn daher. Zum Ärger mancher Männer - aber zur Freude der Japanologin Dinah Zank.

Verdammt, wo sind die Brüste geblieben? Viele männliche Kommentatoren im Internet reagieren geradezu panisch auf die Vorstellung der neuen "She-Ra"-Figur durch Netflix und die Firma "DreamWorks". "Du hast es vermurkst, Netflix!", heißt es etwa bei Twitter. "Zurück an den Zeichentisch!"

Die Japanologin und Comic-Expertin Dinah Zank kann die ganze Aufregung nicht verstehen. "Ich finde, dass die Figur viel zeitgemäßer geworden ist", sagte sie im Deutschlandfunk Kultur. Und die Zeiten haben sich nun einmal seit der Originalserie aus den 1980ern - "She-Ra - Prinzessin der Macht" gewaltig verändert: "1985 war die Zeit, in der Brigitte Nielsen ganz groß war, als Idol, als Red Sonja, [im gleichnamigen Film mit Arnold Schwarzenegger, Anm. d.Red.]." Wenn Netflix eine solche Serie nun rebootet, müsse das Unternehmen sich fragen, was zeitgemäß sei.

"Heutzutage versucht man natürlich ein anderes Bild zu vermitteln, andere Werte zu vermitteln", sagt Dinah Zank. "Das heißt, es geht gar nicht darum, dass sich eine Heldin dadurch auszahlt, dass sie schön ist, sondern es geht darum, dass sie eben Charakterstärke hat, dass sie Intellekt hat, dass sie sich auch persönlich weiterentwickelt."

Man kann ein Mädchen sein, ohne 90-60-90

Ein anderes wichtiges Thema der "She-Ra"-Neuauflage sei Diversität: "Die man auch damit zeigt, dass man eben keine Barbie-Figur braucht, dass man ein Mädchen sein kann, ohne 90-60-90 und dicke Brüste." Aber eben auch durch Charaktere mit unterschiedlichen Hautfarben und Körpertypen, ohne dass diese von vornherein in einem Gut-Böse-Verhältnis stünden, wie es noch in der Achtziger-Serie der Fall gewesen sei.

Kritisiert wurde außerdem, dass She-Ra vielen plötzlich wie eine Manga-Figur vorkommt. Diesen Eindruck teilt die Comic-Expertin nur bedingt. "Ich würde sagen, es hat auf jeden Fall diesen Einfluss, aber keinen direkten mehr." Sie sieht in der Gestaltung der neuen She-Ra eher einen Ausdruck der "DreamWorks-Identität", sagte Zank mit Blick auf die Anime-Produktionsfirma, die She-Ra produziert hat. 

(uko)

"She-Ra die Rebellenprinzessin" ist ab dem 16. November auf Netflix verfügbar.

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