Nermin Ismail: "Hoffnung"

    Der Silberstreif am Horizont

    08:30 Minuten
    Die Buchautorin Nermin Ismail
    Dem Phänomen "Hoffnung" auf der Spur: die Buchautorin Nermin Ismail. © Susanne Schleyer
    Nermin Ismail im Gespräch mit Ute Welty  · 29.10.2021
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    Die Journalistin Nermin Ismail interessiert, was Menschen Hoffnung schenkt und hat darüber ein Buch geschrieben. Sie geht damit einem der urmenschlichsten Gefühle auf den Grund und erzählt davon, was Menschen in schweren Stunden geholfen hat.
    "Die Hoffnung ist eine mentale Brücke, die wir uns bauen, weil wir denken, es könnte auch anders gehen", sagt die Journalistin Nermin Ismail. Sie hat dem Thema ein Buch mit dem schlichten Titel "Hoffnung" gewidmet.
    Dieses Gefühl sei ein Antrieb und eine Kompetenz, lasse sich aber nicht so einfach definieren, sagt Ismail. Sie habe mit Philosophen, Psychologen und anderen Experten gesprochen, aber daraus habe sich keine eindeutige Definition ergeben.

    Hoffnung kann Kraft spenden

    Für das Buch habe sie auch mit unterschiedlichen Menschen gesprochen, denen die Hoffnung fast abhanden gekommen sei. Eine Angehörige von Opfern bei dem Anschlag in Hanau habe ihr gesagt, dass sie auf ein Deutschland hoffe, dass Vielfalt akzeptiere und tolerant sei. Diese Hoffnung habe ihr Kraft für ein politisches Engagement gegeben.
    Ihr selbst hätten in der Jugend zwei Lehrer Hoffnung gemacht, nachdem sie nach ihrer Ankunft in Österreich zunächst in der Schule sehr entmutigt worden sei, sagt die Buchautorin. Ismail kam mit ihren Eltern aus Ägypten nach Wien. "Das hat mir sehr viel Kraft und Hoffnung gegeben, auch selbst an mich zu glauben."

    Nermin Ismail: "Hoffnung"
    Verlag Kremayr & Schreiau 2021
    120 Seiten, 18 Euro.

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