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Interview | Beitrag vom 24.03.2021

Nena und die "Querdenker""Das wertet die Szene auf"

Pia Lamberty im Gespräch mit Julius Stucke

Die Popsängerin Nena tanzt bei einem Live-Auftritt im Steigerwaldstadion in Erfurt. (picture alliance / dpa / Geisler-Fotopress | Michael Kremer)
Nena bei einem Live-Auftritt 2020 im Steigerwaldstadion in Erfurt. (picture alliance / dpa / Geisler-Fotopress | Michael Kremer)

Nenas "Danke Kassel"-Post auf Instagram wird in der Querdenker-Szene dankbar aufgenommen, berichtet die Sozialpsychologin Pia Lamberty. Und sie verhilft der Bewegung so zu mehr Popularität.

"Danke Kassel": So kommentierte die Pop-Sängerin Nena die Demonstration gegen Corona-Auflagen in der hessischen Stadt auf Instagram, untermalt mit einem Song von Xavier Naidoo, der sich gegen die Corona-Auflagen wendet. Nena hatte schon im Oktober mit einem rätselhaften Post in dem Netzwerk kontroverse Diskussionen ausgelöst.

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Nenas Post habe Auswirkungen auf die Querdenker-Szene, hat die Sozialpsychologin Pia Lamberty beobachtet. "In den diversen Telegram-Gruppen und -Kanälen wird das ganz positiv aufgenommen", berichtet die Expertin für Verschwörungsideologien.

Nena sei jetzt "auf der Seite des Lichts", heißt es dort. Sie stehe an der Seite der Demonstranten. "Und dass sie sich was traut", sagt Lamberty: "Dass sie ihr Leben aufgibt und sich gegen das System stellt."

Nenas Post werte die Querdenker-Szene auf, betont die Sozialpsychologin. Das sei auch problematisch, da Nena eine große Reichweite und auch eine Art Vorbildfunktion habe.

Gemeinsames Feindbild vereint Demonstranten

Die Pandemie habe unterschiedliche Gruppen über ein gemeinsames Feindbild vereint, sagt Lamberty: "Das ist genau das, was bei verschwörungsideologisch geprägten Protesten immer passiert."

Die Gruppen profitierten voneinander: Die radikalen Kräfte bräuchten die große Menge an Menschen, um die Debatte ins bürgerliche Lager zu tragen, und die gemäßigten Kräfte die von gewaltbereiten Demonstranten erzeugten Bilder, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen.

Demonstrieren ohne Hygienemaßnahmen

In Kassel waren am Samstag nach Schätzungen der Polizei mehr als 20.000 Menschen gegen die Anti-Corona-Maßnahmen auf die Straße gegangen, viel mehr als ursprünglich zugelassen worden waren. Viele Demonstranten trugen keinen Mund-Nasen-Schutz und kümmerten sich nicht um Abstand, es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

(ahe)

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