Nationale und internationale Kritik an Weimer wegen Ausschluss linker Buchläden

    Ausgestellte Bücher in einem Buchladen
    Die Buchhandlung "Rote Straße" in Göttingen, die den Deutschen Buchhandlungspreis nun nicht mehr bekommen soll. © picture alliance / dpa / Stefan Rampfel
    Nach dem Ausschluss von drei Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis muss sich Kulturstaatsminister Wolfram Weimer jetzt auch internationale Kritik gefallen lassen. Wie das Branchenportal "Börsenblatt" berichtet, hat sich nach der "European and International Booksellers Federation" nun auch "International Publishers Association" zu Wort gemeldet. Diese äußerte "große Überraschung und Enttäuschung" darüber, dass der Ausschluss "ohne eine detaillierte Begründung" erfolgte. Erst eine solche Begründung würde es möglich machen, Weimers Entscheidung anzufechten. Die Jury des Preises distanzierte sich in einer Stellungnahme von dem Ausschluss und betonte, der Schritt habe außerhalb ihres Einflussbereichs gelegen. Demnach steht die unabhängige Jury "ausdrücklich hinter ihrer Auswahl der 118 Buchhandlungen". Diese verkörperten "in besonderer Weise eine Verbindung aus kultureller Verantwortung und gesellschaftlichem Engagement" und prägten damit die Buchhandelslandschaft. Deshalb habe man sich bewusst dazu entschieden, die drei Plätze nicht nachzunominieren. Trotz wachsender Kritik hat der parteilose Politiker seinen Vorwurf gegen die betroffenen Buchläden bisher nicht konkretisiert. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hatte Weimers Entscheidung "vollkommen inakzeptabel" genannt. Weimer beschädige "die Verfassung, den Verfassungsschutz und diesen Preis", hatte der Chef des Börsenvereins, Sebastian Guggolz, der "Süddeutschen Zeitung" gesagt.