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Interview / Archiv | Beitrag vom 30.12.2014

Nationalbibliothek in JerusalemWarum Israel deutsches Kulturgut ins Netz stellt

Archivar Stefan Litt im Gespräch mit Nana Brink

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Das undatierte Handout des Schweizer Architekturbüros Herzog/de Meuron zeigt den Lesesaal des geplanten Neubaus der Israelischen Nationalbibliothek in Jerusalem.  (picture alliance / dpa / Sara Lemel / Architektenbüro Jaques Herzog und Pierre de Meuron)
Das undatierte Handout des Schweizer Architekturbüros Herzog/de Meuron zeigt den Lesesaal des geplanten Neubaus der Israelischen Nationalbibliothek in Jerusalem. (picture alliance / dpa / Sara Lemel / Architektenbüro Jaques Herzog und Pierre de Meuron)

Zum 50-jährigen Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland stellt Israels Nationalbibliothek deutsches Kulturgut ins Netz. Ein Gespräch mit dem Archivar Stefan Litt über die Dokumente deutsch-jüdischer Zeitgeschichte.

In den zurückliegenden Jahren hat sich das Deutschlandbild in Israel offensichtlich zum Besseren geändert. Diese  Tatsache und das 50-jährige Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland führte nun zu einer virtuellen Ausstellung von 50 deutsch-jüdischen Zeitdokumenten der israelischen Nationalbibliothek. Hinzu kommt, dass die Bibliothek ihre riesigen, insgesamt rund fünf Millionen Exponate zählenden Bestände, zumindest in Teilen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen möchte.

Stefan Litt, deutscher Archivar in der Nationalbibliothek, spricht von hunderttausenden Exponaten in der Bibliothekssammlung, die dem deutschen Kulturkreis zuzurechnen seien. Diese Zeitdokumente zeigten einmal mehr, dass die deutsche und die jüdische Geschichte eng verknüpft seien. Für wen ist diese virtuelle Ausstellung vor allem gedacht? "Es ist natürlich vor allem unser Bestreben, unsere Sammlungsbestände an die israelischen Nutzer weiterzugeben und verfügbar zu machen",  sagte Litt, der seit Jahren in Israel lebt und arbeitet. Da das Thema jedoch von überregionaler Bedeutung sei, werde die Ausstellung dreisprachig - in Hebräisch, Deutsch, Englisch - online gestellt.

Zu den 50 Briefen, Fotografien, Notenblättern und anderen Dokumenten, die 2015 im Wochentakt im Internet veröffentlicht werden sollen, zählt beispielsweise auch ein Originalbrief des späteren Außenministers Walter Rathenau an den Autor Stefan Zweig. Letzterer, ein überzeugter Pazifist, bat Rathenau um Vermittlung im Ersten Weltkrieg. Was dieser ablehnte. Gemeinsam war beiden der deutsch-jüdische Hintergrund, doch bei der Frage nach Krieg oder Frieden trennten sich die beiden Welten.

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