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Fazit | Beitrag vom 25.04.2021

Nachruf auf die Opernsängerin Christa LudwigDie Beste, die Herrlichste

Uwe Friedrich im Gespräch mit Gabi Wuttke

Die Opernsängerin Christa Ludwig. (picture alliance / Georg Hochmuth / APA / picturedesk.com)
Von ihrem Können zeugen unzählige Aufnahmen: die Opernsängerin Christa Ludwig. (picture alliance / Georg Hochmuth / APA / picturedesk.com)

In der Opernwelt war Christa Ludwig ein gefeierter Star. "Sie wurde auch die Beste, die Herrlichste von allen genannt, und das zu Recht", sagt unser Opernkritiker Uwe Friedrich. Nun ist die Mezzosopranistin im Alter von 93 Jahren gestorben.

"Die Stimme ist nur ein Teil des Talents, der Rest ist harte Arbeit, und man hört ihre wunderbare Gesangstechnik, ihr großartiges Legato, ihr Verständnis für Text im Gesang nicht nur in der Oper, vor allen Dingen dann später auch im Lied", sagt unser Opernkritiker Uwe Friedrich über die Mezzosopranistin Christa Ludwig, die am Samstag in ihrer Wahlheimat Klosterneuburg bei Wien gestorben ist. Sie wurde 93 Jahre alt.

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Die gebürtige Berlinerin gilt als einer der großen Opernstars des 20. Jahrhunderts. "Sie wurde auch die Beste, die Herrlichste von allen genannt, und das zu Recht", so Friedrich.

Ludwig begann ihre Karriere in Frankfurt am Main im Alter von 18, manche sagen sogar von 17 Jahren. Das hatte sicherlich mit ihrem musikalischen und bürgerlichen Elternhaus zu tun: Der Vater war Opernintendant, die Mutter Musiklehrerin.

Wien war immer das Zentrum

Nach Stationen in Darmstadt und Hannover, wo sie das Handwerk erlernte, wie Friedrich sagt, holte sie der Dirigent Karl Böhm nach Wien an die Staatsoper. "Und von dem Moment an war das der Mittelpunkt ihres künstlerischen Lebens. Auch wenn sie in allen großen Häusern aufgetreten ist: Ob das die Met war, die Scala, die Deutsche Oper Berlin – Wien war immer das Zentrum. Da hat sie sich auch wirklich als Ensemblemitglied dieses berühmten Hauses verstanden", sagt Friedrich.

Nach über 700 Auftritten in der Wiener Staatsoper feierte sie 1993 ihren Bühnenabschied und freute sich, das anstrengende Leben als Sängerin aufgeben und sich dafür mal einen Wein am Abend genehmigen zu dürfen, ohne an die Konsequenzen für die Stimme am nächsten Morgen denken zu müssen, so Friedrich.

Humor, Sex-Appeal und Können

"Sie selbst hat mal gesagt, man muss mit der Stimme singen, die man tatsächlich hat, und nicht mit der, die man gerne hätte." Und das hat sie auch beherzigt. Es gab zwar Ausflüge ins dramatische Sopranfach, doch diese waren nur von kurzer Dauer.

Von ihrem Talent zeugen unzählige Aufnahmen, die nach Friedrich allesamt zu empfehlen sind. Darauf zu hören sind: Humor, Sex-Appeal und Können – "ein wunderbares Legato, dass man bei ihr immer hat und das natürlich in Erinnerung bleibt."

(ckr)

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