Nach Zufallsfund in Immobilienanzeige: Suche nach NS-Raubkunst vorerst erfolglos

Ein Gemälde des italienischen Barockmalers Giuseppe Ghislandi ist wieder verschwunden. Dabei wurde es gerade erst wiederentdeckt, von niederländischen Journalisten. Sie sahen das von den Nazis geraubte Werk "Portrait of a Lady" zufällig in einer Immobilien-Annonce. Ein Foto zeigte, wie das Gemälde über einem Sofa in einem Anwesen in Argentinien hing. Die dortigen Behörden untersuchten das Haus nun, konnten das Bild aber nicht finden. Dafür hing an der besagten Wand nur noch ein Teppich. Bundesstaatsanwalt Carlos Martinez gab an, man habe nur einige Dokumente sichergestellt, die möglicherweise Aufschluss über das Gemälde geben könnten. Er betrachtet den Vorfall als mutmaßliche Vertuschung eines Schmuggels, der in Verbindung mit Völkerrechtsverbrechen während des Zweiten Weltkrieges steht. Das Werk ist eines von hunderten, die dem Kunsthändler Jacques Goudstikker von den Nationalsozialisten geraubt wurden. Das zum Verkauf angebotene Haus gehörte dem hochrangigen Nazi-Funktionär Friedrich Kadgien, der nach dem Zweiten Weltkrieg nach Südamerika zog. Das Haus wurde von seinen Töchtern zum Verkauf angeboten; gegen sie wird nun ermittelt.