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Fazit / Archiv | Beitrag vom 24.09.2017

"Nach uns das All" am Maxim Gorki TheaterIntelligentes, unterhaltsames Kabarett

André Mumot im Gespräch mit Eckhard Roelcke

(Maxim Gorki-Theater/Ute Langkafel)
Darsteller in "Nach uns das All" in der Sibylle-Berg-Inszenierung am Maxim Gorki Theater. (Maxim Gorki-Theater/Ute Langkafel)

Autorin Sibylle Berg ist bekannt für ihre schrägen, treffsicheren Texte. Jetzt ist dem Berliner Maxim Gorki Theater mit ihrem neuen Endzeit-Stück "Nach uns das All" ein Volltreffer gelungen, urteilt unser Kritiker André Mumot.

Europa irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft: Auf dem zerfallenen Kontinent haben sich Nationalismus und Faschismus endgültig durchgesetzt. Eine Frau in den Dreißigern bewirbt sich für eine Reality-Show, deren Teilnehmer auf dem Mars eine neue Gesellschaft aufbauen werden.

Was angesichts der zunehmenden Verrohung als letzter Ausweg erscheint, wird jedoch nur unter bestimmten Bedingungen gewährt: Die Rakete kann nur als Zweierteam bestiegen werden, damit die Fortpflanzung auf dem fremden Planeten gesichert ist …
Das ist, in Kürze, der Inhalt des Stücks von Sibylle Berg, "Nach uns das Alle - Das innere Team kennt keine Pause", das Sebastian Nübling am Maxim-Gorki-Theater inszeniert hat.

"Wunderschöne, kleine Inszenierungsdetails"

Eine beeindruckende Inszenierung voll schöner Regie-Einfälle, urteilt Theaterkritiker André Mumot. So lässt der Regisseur die Darsteller immer gemeinsam mit Chor sprechen – "und trotzdem bekommt jede Figur durch die Inszenierung einen eigenen Charakter". Begeistert habe ihn, "dass da ganz viele wunderschöne kleine Inszenierungsdetails auftauchen, mit denen Charaktere sich entwickeln. Obwohl sie immer dasselbe sagen, sind es unterschiedlich Figuren, die miteinander interagieren, die sich Blicke zuwerfen, die ihre eigene Persönlichkeit entfalten können. Und das ist ganz faszinierend und mitreißend anzusehen."

Die deutsch-schweizerische Schriftstellerin Sibylle Berg (picture alliance / dpa / Britta Pedersen)Schriftstellerin Sibylle Berg (picture alliance / dpa / Britta Pedersen)

Das Berg-Stück sei "sicherlich keine große Dramenliteratur", dafür aber "intelligentes, unterhaltsames Kabarett", dass vor dem Hintergrund der Bundestagswahlen sehr aktuell und relevant sei.

Weitere Informationen zu "Nach uns das All - Das innere Team kennt keine Pause" finden Sie auf der Homepage.

Mehr zum Thema

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