Nach Rücktritt von Jury: Biennale-Chef unter Druck

    Russlands Pavillon in den Biennale Gardens.
    Russlands Pavillon: Russland war zuletzt vor vier Jahren bei der Biennale dabei. Präsident Buttafuoco will aus dem Festival eine "UN der Kunst" machen und sieht in der Teilnahme Russland einen Akt der Völkerverständigung. © picture alliance / SIPA / Mirco Toniolo / AGF
    Kurz vor ihrem Beginn am 9. Mai steht die Kunstbiennale in Venedig vor einem Scherbenhaufen: Nachdem die Jury zurückgetreten ist, steht nun auch Biennale-Leiter Pietrangelo Buttafuoco in der Kritik. Italiens Kulturminister Alessandro Giuli warf dem Biennale-Präsidenten vor, dass er Neben-Außenpolitik betreibt. Konkret geht es darum, dass Russland erstmals seit dem Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022 wieder an der Kulturveranstaltung teilnimmt. Eigentlich kommen Giuli und Buttafuoco beide politisch aus dem rechten Lager und gelten als Freunde. Ärger um die Biennale gab es schon zuvor, weil die Jury Russland und Israel von der Preisvergabe ausgeschlossen hatte. Außerdem wurde die Eröffnungsfeier abgesagt, ebenso die übliche Vergabe der Goldenen Löwen zum Auftakt. Die Preise sollen jetzt am letzten Tag der Ausstellung im November vergeben werden. Wer sie bekommt, entscheidet keine Jury mehr, sondern die Besucherinnen und Besucher. Mit der documenta in Kassel gehört die alle zwei Jahre stattfindende Biennale zu den wichtigsten Veranstaltungen zeitgenössischer Kunst weltweit. Auf dem Biennale-Gelände stehen Pavillons, die von den verschiedenen Nationen genutzt werden.